KULTURATIONOnline Journal für Kultur, Wissenschaft und Politik
Nr. 22 • 2019 • Jg. 42 [17] • ISSN 1610-8329
Herausgeberin: Kulturinitiative 89
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VeranstaltungKulturation 
28.01.2015
Kulturdebatte im Salon

Herma Ebinger
Kooperative als alternativer Lebensentwurf
Die Kulturjournalistin Herma Ebinger entschloss sich 1990 zu einer radikalen Änderung ihrer Lebensweise. Nach dem Vorbild (und mit Unterstützung) der französischen Landkommune Longo maï gründete sie im Oderbruch eine agrarische Lebens- und Arbeitsgemeinschaft. Dieser erste Versuch scheiterte, ein zweiter in Stubbendorf ist 1995 gelungen. Als ein Glied im europäischen Kooperationsverband Longo maï arbeitet der Ulenkrug seit zwanzig Jahren erfolgreich. Herma Ebinger hat an der auch in Berlin gezeigten Wanderausstellung mitgewirkt, mit der der Verband sein Jubiläum feiert: "Die Utopie der Widerspenstigen - 40 Jahre Longo maï".

Kooperative Lebensformen gehören zu jenen "molekularen Veränderungen", zu jenen Elementen einer "kleinen Transformation", die als Vorstufe einer über den neoliberalen Kapitalismus hinausweisenden Veränderung in Richtung auf eine „große Transformation“ verstanden werden können - Grund genug, sich den kulturellen Aspekten dieser Form alternativen Wirtschaftens zuzuwenden.

Darum gibt Herma Ebinger Auskunft über die Motive ihrer Lebensänderung, spricht über das Beziehungsgeflecht innerhalb der Kooperative und über ihre Regelungsmechanismen. Sie informiert über die spezifischen Konfliktsituationen, über Hierarchien wie über "Bündnisse" und Partnerschaften in dieser generationsübergreifenden Gemeinschaft. Thema sind auch Perspektive und soziale Sicherheit in der länderübergreifenden Großfamilie, die in erster Linie für den Eigenbedarf produziert und in der der einzelne nicht mehr als sein notwendiges Taschengeld aus der Gemeinschaftskasse erhält. Ganz speziell die Frage, wer für eine solche Lebensform geeignet ist und welches besonderes Glück sie ihm bieten kann.

Herma Ebinger (1950) ist Kulturjournalistin und lebt seit 1995 in dem von ihr mitbegründeten agrarischen Biobetrieb. Der Hof Ulenkrug in Stubbendorf bei Dargun wird gemeinschaftlich geführt. Auf ihm leben 20 Erwachsene und 1 Kind, sie erwirtschaften ihren Lebensunterhalt auf 45 ha, die sie als Weideland für ihr Vieh und als Acker nutzen.

Moderation: Dietrich Mühlberg

Mittwoch 28. Januar 2015, 19:30
Berlin, Salon Rohnstock, Schönhauser Allee 12
Eingang von der Saarbrücker Straße, Treppe oder Lift in die erste Etage