KULTURATIONOnline Journal fŘr Kultur, Wissenschaft und Politik
Nr. 24 • 2021 • Jg. 44 [19] • ISSN 1610-8329
Herausgeberin: Kulturinitiative 89
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ThemaKulturation 1/2004
Die Deutschen und ihre ├Âstlichen Nachbarn: Kultur
Tomasz G. Pszcz├│lkowski
Die Wahrnehmung der DDR und der BRD in der polnischen ├ľffentlichkeit vor 1989
Beitrag auf der Tagung "Die Deutschen und ihre ├Âstlichen Nachbarn - wirtschaftliche und kulturelle Aspekte der neuen europ├Ąischen Situation" im Februar 2004
[Beitrag auf der Tagung "Die Deutschen und ihre ├Âstlichen Nachbarn - wirtschaftliche und kulturelle Aspekte der neuen europ├Ąischen Situation" im Februar 2004 ]

I. Einleitende Bemerkungen:
Vom Interesse der ├ľffentlichkeit an Deutschland in Polen


├ťber das Bild der Deutschen in Polen gibt es bereits mehrere Publikationen. Das Thema ist Gegenstand von historischen, politologischen und soziologischen Untersuchungen, dazu ├Ąu├čern sich Politiker, es interessiert aber auch Schriftsteller und last not least die B├╝rger. Mein Vortrag soll mehr der Kulturproblematik gelten, f├Ąllt er doch in die Sparte "Kulturell Trennendes und Verbindendes in Geschichte und Gegenwart der Nachbarl├Ąnder". Da nun der Kulturbegriff ziemlich volumin├Âs ist, lege ich meinen Ausf├╝hrungen die folgende Definition zu Grunde: Kultur ist die Gesamtheit der Lebensformen eines Volkes samt seinen sozialen und politischen Einrichtungen, Gebr├Ąuchen und Lebensordnungen. Er umfasst solche Bereiche wie Politik, Recht, Sozialordnung, zwischenmenschliche Beziehungen, aber auch die "eigentlichen" Kulturgebiete wie Kunst, Literatur und Wissenschaft.

Ich soll ├╝ber kulturelle Gegens├Ątze und Gemeinsamkeiten zwischen Polen und Deutschen in der Vergangenheit sprechen, als es noch zwei deutsche Staaten mit unterschiedlichen politischen und sozial├Âkonomischen Systemen gab, und ├╝ber die Wahrnehmung dieser Staaten und seiner Bewohner in der polnischen ├ľffentlichkeit, d. h. sowohl unter der Masse der Bev├Âlkerung als auch in den Medien. Diese Vergangenheit wirkt f├╝r die ├Ąltere Generation bis in die Gegenwart hinein. F├╝r die in den 80er Jahren Geborenen ist die Zeit der DDR und der Volksrepublik Polen etwa ebenso fremd wie den ├älteren die Wilhelminische ├ära oder selbst die Weimarer Republik.

Die Wahrnehmung der Deutschen aus Ost und West ist je nach Generation und je nach der Zeit, in der sie untersucht wurde, unterschiedlich: Menschen, die den 2. Weltkrieg und die Nazibesatzung erlebt haben, sind gepr├Ągt von dieser negativen Erfahrung. In der Fachliteratur ist dokumentiert, dass in dieser Generation in den ersten Nachkriegsjahren Hass bzw. sehr negative Einstellungen gegen├╝ber den Deutschen sehr verbreitet waren. Als 1949 die beiden deutschen Staaten entstanden, sahen die Polen darin, der offiziellen Propaganda zum Trotz, keinen Anlass, ihre Einstellungen zu revidieren, im Gegenteil, sie betrachteten die Deutschen in Ost und West gleicherma├čen skeptisch. Von den negativen Erfahrungen waren alle Schichten der polnischen ├ľffentlichkeit ├Ąhnlich betroffen. Man f├╝hrte damals keine Meinungsforschungen, die die Einstellungen gegen├╝ber den Deutschen h├Ątten messen k├Ânnen. Vielmehr wurde die ├Âffentliche Meinung von den Intellektuellen und Politikern selbst kreiert und gepr├Ągt[1]. Die j├╝ngere Generation der im und einige Jahre nach dem Krieg Geborenen sieht die Deutschen h├Ąufig mit den Augen ihrer Eltern und Gro├čeltern, obwohl die Einstellungen ihnen gegen├╝ber bereits differenziert sind und vom Umgang mit ihnen - etwa bei Reisen oder pers├Ânlichen Kontakten - anh├Ąngig sind. Die j├╝ngste Generation der heute 30-J├Ąhrigen und j├╝ngeren Menschen hat wiederum ein im Gro├čen und Ganzen positives Verh├Ąltnis zu den Deutschen, f├╝r sie ist auch die Teilung Deutschlands nur ein historisches Faktum, mit dem sie weder irgendwelche Erfahrungen noch Erlebnisse verbinden, die sie ja altersbedingt sowieso nicht haben.

Das Interesse an der heute nicht mehr existierenden DDR ist in der Wissenschaft in Polen sehr gering. Ohne ├ťbertreibung kann man sagen, dass die DDR-Forschung ein vernachl├Ąssigtes Gebiet der Deutschlandforschung ist. Es gibt wenige Publikationen ├╝ber die DDR, sowohl aus der Zeit vor als auch nach der Wende. Auch gibt es so gut wie keine wissenschaftlichen Untersuchungen zum Kulturvergleich zwischen beiden L├Ąndern. Das mangelnde Interesse an der DDR-Problematik seitens der Wissenschaft bedeutet aber nicht, dass die DDR ein vergessenes Kapitel der deutschen Geschichte ist. Im Gegenteil, in der mittleren und ├Ąlteren Generation leben Erinnerungen weiter, die auf Erfahrungen mit der DDR gr├╝nden. Eine Durchsicht der polnischen Internetseiten mit den Schl├╝sselw├Ârtern "DDR und VRP" im Herbst 2003 mit der Suchmaschine Google ergab wenige Treffer - nur etwa 170. Davon waren noch weniger Treffer direkt auf die Wechselbeziehungen zwischen der DDR und Polen bezogen. Einige dieser Suchergebnisse sollen nachstehend besprochen werden.

Das Interesse an der Volksrepublik Polen in Deutschland, wie das Interesse der deutschen ├ľffentlichkeit an Polen ├╝berhaupt scheint gering, ich w├╝rde sogar sagen - es ist viel geringer als das Interesse der Polen an Deutschland. Hinzu kommen die in Deutschland noch verbreiteten Negativurteile ├╝ber Polen, die bestenfalls aus Unkenntnis des ├Âstlichen Nachbarn und meistens aus Stereotypen resultieren.

Das Problem der Einstellung der Polen gegen├╝ber den Deutschen besch├Ąftigte in der Zeit der Volksrepublik vor allem Historiker[2]. Den Gegenwartsfragen galten publizistische Berichte ├╝ber die wirtschaftlichen und kulturellen Erfolge im "Bruderland DDR" einerseits und Meldungen ├╝ber das Aufleben des Revanchismus, den Revisionismus sowie die Remilitarisierung der Bundesrepublik andererseits.

1977 fand eine wissenschaftliche Konferenz ├╝ber die Stereotype der Deutschen in Polen und der Polen in Deutschland statt. Die Einstellungen gegen├╝ber den DDR-B├╝rgern waren zwar Gegenstand von Untersuchungen, aber deren Ergebnisse sind fraglich und wurden nicht ver├Âffentlicht bzw. als vertraulich behandelt[3]. Das betrifft unter anderem eine demoskopische Untersuchung in der 2. H├Ąlfte der 80er Jahre. Erst nach der Wende von 1989/1990, mit der ├ťberwindung von ideologischen Frontstellungen zwischen dem Westen und Osten, wurde es m├Âglich, sich mit den Einstellungen der Polen gegen├╝ber den Deutschen in beiden Teilen des ehemals geteilten Deutschlands wissenschaftlich zu besch├Ąftigen. 1992 wurde ein deutsch-polnisches Symposium in G├Ârlitz ├╝ber die Vorurteile zwischen Polen und Deutschen veranstaltet. Die Ergebnisse dieses Symposiums wurden ver├Âffentlicht[4].

├ťber die Stereotype k├Ânnte man nat├╝rlich mehrere Vortr├Ąge halten. Meine Aufgabe in diesem Forum soll vielmehr darin bestehen, ├╝ber die Wahrnehmung der Deutschen durch Polen in den damals bestehenden zwei deutschen Staaten zu sprechen. Dabei m├Âchte ich die wissenschaftlichen und publizistischen Betrachtungen zu diesem Thema mit eigenen Erfahrungsberichten verbinden.

Unter den wissenschaftlichen Publikationen ├╝ber Deutschland, die auch ├╝ber die Wahrnehmung der Deutschen in der DDR und in der Bundesrepublik Aufschluss geben, seien unter anderem folgende Titel genannt: Mieczyslaw Tomala, "Wenn man auf Deutschland und die Deutschen blickt. Von der Feindschaft zur Verst├Ąndigung"[5]; Ludwik Janiszewski, "Die Deutschen in dem Bewusstsein der Polen. Ein soziologischer Abriss"[6]; Elzbieta Stadtm├╝ller (Hrsg.) "Die Deutschen als Nation und Deutschland als Staat 1961-1996"[7]; Tomasz Szarota, "Deutsche und Polen. Gegenseitige Wahrnehmung und Stererotype"[8] u. a. Dabei handelt es sich ├╝berwiegend um Publikationen, die auf historischen, politologischen und soziologischen Untersuchungen basieren. Zum Thema Wahrnehmung der Deutschen in Polen gibt es au├čer Buchver├Âffentlichungen nat├╝rlich auch zahlreiche Artikel in Zeitungen und Zeitschriften, es gibt auch Fernseh- und Zeitungssendungen und mehrere Filme. Ich klammere sie hier aus, erw├Ąhne sie lediglich der Vollst├Ąndigkeit der Ausf├╝hrungen halber. W├Ąhrend Buchver├Âffentlichungen zur deutsch-polnischen Problematik meistens nur einen relativ geringen Kreis von Abnehmern erreichen, sind Zeitungen und andere Massenmedien viel publikumswirksamer. Ich nenne hier unter den ersteren das inzwischen zum Standardwerk gewordene Buch in der Redaktion von Ewa Kobylinska, Andreas Lawaty und R├╝diger Stephan "Deutsche und Polen"[9] und die unter demselben Titel, aber mit zum Teil ver├Ąndertem Inhalt erschienene Publikation von Andreas Lawaty und Hubert Orlowski[10]. Unter den Periodika seien einige Titel genannt: das deutsch-polnische Magazin Dialog (Hamburg); Pressespiegel Polen (Berlin); Inter Finitimos - Wissenschaftlicher Informationsdienst deutsch-polnische Beziehungen (Osnabr├╝ck); Acta Universitatis Wratislaviensis Niemcoznawstwo (Wroclaw /Breslau); Borussia (Olsztyn /Allenstein); Zblizenia. Polska - Niemcy (Ann├Ąherungen) (Wroclaw /Breslau); Studia Niemcoznawcze - Studien zur Deutschkunde (Warschau); Ansichten. Jahrbuch des Deutschen Polen-Instituts Darmstadt (Wiesbaden); Transodra. Deutsch-polnisches Informationsbulletin (Potsdam) u. a.


II. Unterschiedliche und gleiche Wahrnehmung der Ost- und Westdeutschen

Eine allgemeine methodologische Bemerkung scheint mir an dieser Stelle besonders wichtig zu sein: Vor 1989 war das Deutschlandbild in Polen von dem ideologischen Gegensatz zwischen dem demokratisch-marktwirtschaftlichen System in der Bundesrepublik und dem realsozialistischen System in der DDR und in Polen gepr├Ągt. Einerseits herrschte in der polnischen ├ľffentlichkeit, milde ausgedr├╝ckt, eine skeptische Einstellung gegen├╝ber der Bundesrepublik, verursacht unter anderem durch revisionistische Tendenzen der Vertriebenenverb├Ąnde und die sie unterst├╝tzenden Parteien und offiziellen Stellen. Auch die Remilitarisierung der Bundesrepublik wurde als ein Faktor der negativen Beeinflussung des Deutschlandbildes der polnischen Bev├Âlkerung gesehen. Andererseits hatten die Polen eine misstrauische Einstellung gegen├╝ber der DDR, bedingt unter anderem durch historische Ressentiments gegen├╝ber den Deutschen und durch negative Erfahrungen der polnischen B├╝rger etwa bei Grenzkontrollen an der deutsch-polnischen Grenze. Die Polen empfanden zugleich, ebenso wie die Ostdeutschen gegen├╝ber den Polen, das Verh├Ąltnis zu ihren Nachbarn als eine zwangsverordnete Freundschaft[11]. Dennoch bewunderten viele Polen die Deutschen wegen ihres hohen Lebensniveaus, wegen ihrer Sozialleistungen, wegen der Qualit├Ąt ihrer Technologie, ihrer wirtschaftlichen Leistungen usw.

Die Polen begannen zwischen Deutschen in Ost und West nicht gleich 1949, dem Entstehungsjahr der beiden deutschen Staaten zu unterscheiden, und auch nicht nach dem G├Ârlitzer Vertrag vom 6. Juli 1950 ├╝ber die "Friedensgrenze" an der Oder und Nei├če zwischen der DDR und Polen. In der ├ľffentlichkeit blieb man, der offiziellen Propaganda zum Trotz, auch nach der Entstehung des ersten "Arbeiter- und Bauernstaates" auf deutschem Boden misstrauisch gegen├╝ber den Ostdeutschen. Den Westdeutschen gegen├╝ber war man, was demoskopische Untersuchungen best├Ątigen, noch misstrauischer. Um ├╝ber die Ursachen der Skepsis gegen├╝ber den Deutschen Aussagen machen zu k├Ânnen, sollte man die historische Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen in der Nachkriegszeit kennen. Die Geschichte dieser Beziehungen l├Ąsst sich an einigen Meilensteinen messen: Nach dem zweiten Weltkrieg wurden bis 1950 einige Millionen Deutsche hinter die Oder- und Nei├če-Linie umgesiedelt oder - im deutschen Sprachgebrauch - vertrieben. Viele von ihnen kamen in die DDR. Es sei angemerkt, was in Deutschland allzu oft vergessen wird, dass auch polnische B├╝rger aus ihrer Heimat in den ehemaligen polnischen Ostprovinzen umgesiedelt wurden und unter anderem in die ehemaligen deutschen Ostgebiete zogen. Das h├Ątte eigentlich ein Bewusstsein der Schicksalsgemeinschaft bei den betroffenen Vertriebenen bzw. Umsiedlern in Polen und bei den Deutschen in Ost und West f├Ârdern k├Ânnen. Aber die Politik der beiden deutschen Staaten einerseits und der Volksrepublik Polen andererseits verhinderte aus nahe liegenden Gr├╝nden das Aufkommen derartiger Einstellungen. Au├čer der Tatsache, dass in Polen und in der SBZ unter dem Druck der UdSSR die kommunistische Staatsordnung eingerichtet wurde, war f├╝r die Deutschen der Verlust ihrer Gebiete eine der schmerzhaftesten Folgen des Zweiten Weltkrieges. Die Polen verdankten ihre neue Westgrenze der UdSSR, die diese Grenze zudem mit ihrer Macht garantierte. So verst├Ąrkte sich die Abh├Ąngigkeit Warschaus von Moskau. Die DDR musste - gegen anf├Ąngliche Widerst├Ąnde, vor allem von Seiten der Regierung Wilhelm Piecks - 1950 im Vertrag von G├Ârlitz die Grenze an Oder und Nei├če feierlich anerkennen. Diese Tatsache wurde in der kommunistischen Propaganda der beiden L├Ąnder als ein Neuanfang in den Beziehungen zwischen Deutschen und Polen gewertet, obwohl die Bev├Âlkerung Polens weiterhin misstrauisch gegen├╝ber den Deutschen war. Ein Paradox der Zeit nach 1945 in Polen war, dass - wie Klaus Ziemer schreibt - "das Spielen der 'deutschen Karte' [...] sich als das wohl erfolgreichste Instrument [erwies], eine zumindest zeitweilige Bindung gr├Â├čerer Teile der Gesellschaft an das Regime herzustellen."[12] Die Angst der Polen vor der Revision ihrer westlichen Grenze war ein wichtiges Bindeglied zwischen den kommunistischen Machthabern und der Masse der Bev├Âlkerung. Die Bef├╝rchtungen der Polen sollten sich im Verlauf des Aufstands vom 17. Juni 1953 verst├Ąrken, als in G├Ârlitz, einem Zentrum des Widerstands gegen das SED-Regime, Forderungen nach der Beseitigung der Oder-Nei├če-Grenze laut wurden[13].

Polen war in den Jahren nach dem G├Ârlitzer Vertrag zur Solidarit├Ąt mit der DDR verpflichtet. Die DDR spielte angesichts der Forderungen der Bundesrepublik nach der Revision der Grenzen die Rolle eines Pufferstaates. Die lautstarken Aktivit├Ąten der "westdeutschen Revisionisten und Revanchisten" veranlassten die Partei- und Staatsf├╝hrungen in beiden "Bruderl├Ąndern" zu Reaktionen in Form von ├Âffentlichen Hasstiraden. Dabei wollte sich die DDR-F├╝hrung, als f├╝r den ersten deutschen "Arbeiter- und Bauernstaat" Verantwortliche, als etwas Besseres als die "kapitalistische, imperialistische und faschistische Bundesrepublik" profilieren. Diesem Anspruch, was allzu h├Ąufig vergessen wird, trug die polnische F├╝hrung 1953 Rechnung, als sie unter sowjetischem Einfluss auf Reparationen von Seiten der DDR verzichtete. Dieser Verzicht verst├Ąrkte noch das gute Gewissen der DDR-B├╝rger, sie w├Ąren die "besseren Deutschen".

Die St├Ąrke des auf Arbeitern und Bauern gest├╝tzten Fundaments der Staatsmacht in der DDR und in der VRP sollte 1953 in der DDR und 1956 in Polen auf die Probe gestellt werden. Ein Vergleich der Ergebnisse des Juniaufstands von 1953 in der DDR und des "polnischen Oktobers" 1956 zeigte gravierende Unterschiede, die sich als zukunftsweisend erweisen sollten: Die DDR-F├╝hrung lie├č das Tauwetter in der UdSSR kalt, und sie betonierte die kommunistische Ordnung noch f├╝r die n├Ąchsten Jahrzehnte, w├Ąhrend in Polen eine weitgehende Liberalisierung vor allem des kulturellen und wissenschaftlichen Lebens sich trotz weiteren Verbleibens im sowjetischen Einflussbereich als relativ stabiler Trend erweisen sollte.

Ein weiterer Meilenstein in den Beziehungen zwischen der DDR und der VRP ist das Jahr 1972, in dem die Grenzen zwischen der DDR und der VRP f├╝r einen visafreien Reiseverkehr ge├Âffnet wurden. Zwischen 1972 und 1980 durften die B├╝rger beider L├Ąnder nicht wie fr├╝her mit P├Ąssen, sondern mit Personalausweisen in das andere Land reisen, so dass die pers├Ânlichen Kontakte von einem Tag auf den anderen enger wurden. Allein zwischen 1972 und 1975 (in drei Jahren) haben 40 Mill. B├╝rger beider L├Ąnder die Staatsgrenze passiert. Tausende Polen arbeiteten in der DDR und trugen so zur Abmilderung des dortigen Arbeitskr├Ąftemangels bei. Der Ferien- und Einkaufstourismus bl├╝hte, was manchen DDR-B├╝rgern gar nicht gefiel, da die Versorgungslage in ihrem Land noch weit von westlichen Standards entfernt war. Die polnischen Arbeitskr├Ąfte und (Einkaufs)Touristen sahen in den Ostdeutschen staatstreue bzw. staatsfromme B├╝rger, die diszipliniert arbeiteten und nach der Arbeit sich in ihre h├Ąusliche Lebenssph├Ąre zur├╝ckzogen, um durch das westliche Fernsehen, nachdem die Mauer ihnen den Weg in den Westen versperrt hatte, in eine andere Welt zu gucken und dadurch quasi "innerlich zu emigrieren".

Die Polen sahen in der Anpassung der Ostdeutschen an ihre autorit├Ąre Situation, in ihrer Ordnungsliebe und Diszipliniertheit eine folgerichtige Kontinuit├Ąt historischer Traditionen seit Friedrich dem Gro├čen, der als ein Erzfeind der Polen galt bzw. immer noch gilt. Und als Unter den Linden in Ost-Berlin das Denkmal des K├Ânigs aufgestellt wurde, l├Âste dieses Faktum in breiten Kreisen der polnischen ├ľffentlichkeit Best├╝rzung aus, war es doch derjenige Herrscher, der mit Russland und ├ľsterreich an der ersten Teilung Polens beteiligt war. Auch der Stechschritt, den die NVA-Soldaten bei Paraden pr├Ąsentierten, weckte bei den Polen die schlechtesten Assoziationen. Die Westdeutschen, denen solche ├äu├čerlichkeiten der nationalen Traditionsgebundenheit fehlten, erschienen manchen Polen damals, den offiziellen Stellen zum Trotz, eben als die besseren Deutschen, weil sie weltb├╝rgerlich wirkten.

Die Spannungen in den Beziehungen zwischen der DDR und VRP spitzten sich noch zu, als sich die Versorgungslage in Polen immer mehr verschlimmerte und die Kauflust der Polen gegen Ende der 70er Jahre immer gr├Â├čer wurde. Die Polen kamen in die DDR vor allem zum Einkaufen, und in der Mangelgesellschaft wurde dies als Bedrohung empfunden. Was Ludwig Mehlhorn ├╝ber das damalige Verh├Ąltnis der Ostdeutschen gegen├╝ber den Polen schreibt, trifft den Kern der Sache: "Witze und abf├Ąllige Bemerkungen waren im Umlauf, die Polen als raffgierige, arbeitsscheue und verschlagene H├Ąndler karikierten. Der alte deutsche Hochmut gegen├╝ber den Polen, nationale ├ťberheblichkeit und Schulmeisterei kamen in den Denk- und Verhaltensmustern des sozialistischen Kleinb├╝rgers zum Vorschein."[14] Wollen wir es noch einmal festhalten: Der Pole wurde in der DDR als H├Ąndler karikiert, der statt zu arbeiten, Gesch├Ąfte machte, gegen Zoll- und andere Verordnungen der staatlichen Organe verstie├č, dabei individualistisch erschien und keinen Gemeinsinn hatte - alles Eigenschaften, die bei den kleinb├╝rgerlich-spie├čb├╝rgerlichen Ostdeutschen, die ihrem "Vater Staat" die Treue erwiesen, flei├čig arbeiteten und gehorsamst die Freiheit als "Einsicht in die Notwendigkeit" ├╝bten, Widerwillen erregten.

Und als die gewerkschaftlich-politische Bewegung der "Solidarnosc" im August 1980 entstand, erkannte die DDR darin eine Gefahr f├╝r das Fortbestehen des sozialistischen Systems. Bald wurde der visafreie Reiseverkehr zwischen beiden Staaten "zeitweise ausgesetzt". In den achtziger Jahren entwickelten sich die B├╝rger der VRP und der DDR immer mehr auseinander. Die Entfremdung der beiden Gesellschaften beiderseits von Oder und Nei├če nahm sp├╝rbar zu, obwohl zwischenmenschliche Kontakte und sogar Freundschaften meistens weiterbestanden. Ich pers├Ânlich unterhielt weiterhin sehr herzliche freundschaftliche Kontakte zu meinen Bekannten in Ostberlin, und wir haben uns trotz bestehender Behinderungen mindestens einmal im Jahr entweder in Warschau oder in Berlin getroffen. Die SED versuchte, die DDR-B├╝rger durch ihre Propaganda einzusch├╝chtern und hatte damit auch Erfolg. Eingewurzelte antipolnische Vorurteile samt nationalistischen T├Ânen trugen zu Missstimmungen in den Einstellungen der DDR zur VRP wesentlich bei.

In Polen hatte man in derselben Zeit andere, innenpolitische Probleme, die von Problemen mit den deutschen Nachbarn ablenkten. Die polnische Opposition fand bei den westdeutschen Stellen wenig Unterst├╝tzung, vielleicht aus Gr├╝nden der Staatsfr├Âmmigkeit sowohl bei der SPD aus auch bei der CDU. Eine effektive politische Kooperation der Opposition in Polen und der DDR gab es so gut wie gar nicht, und zwar nicht nur deshalb, weil die auf der DDR-Seite aktivsten Personen mit Reiseverboten belegt waren, sondern weil die polnische Opposition eher mit den im Exil wirkenden polnischen Gruppen kooperierte und die Deutschen, milde ausgedr├╝ckt, eben nicht zu den eifrigsten Bef├╝rwortern der polnischen Opposition und der Reformer im regierenden Lager geh├Ârten. Ludwig Mehlhorn formuliert es sehr treffend: "In der Endphase hat die offizielle DDR Polen wohl nur noch in den Kategorien von Abtr├╝nnigkeit und Verrat wahrgenommen. Die Freundschaft stellte sich als das heraus, was sie schon immer gewesen war - ein ideologisches Konstrukt zur Camouflage der realen Herrschaftsverh├Ąltnisse."[15]

Die Deutschen machten dennoch auch einen positiven Eindruck auf die Polen. Es sei an den Versand von Paketen nach Polen in der Zeit des Kriegsrechts erinnert, deren Wert auf Hunderte von Millionen D-Mark berechnet wurde[16]. Die damals verbotene "Solidarnosc" erhielt von mehreren westdeutschen Institutionen Unterst├╝tzung.


III. Ähnlichkeiten und Unterschiede in der gegenseitigen Wahrnehmung der Bürger der DDR und der VRP

Es muss aber auch auf die kulturelle Zusammenarbeit zwischen der DDR und der VR Polen hingewiesen werden, die - obwohl von der gemeinsamen Ideologie des Marxismus-Leninismus gepr├Ągt und unter ihrem Einfluss stehend - doch auch f├╝r die Bev├Âlkerung der beiden L├Ąnder objektiv von Vorteil war. Das 1959 er├Âffnete Kultur- und Informationszentren der DDR in Warschau - gleichzeitig entstand ein polnisches Kulturzentrum in Ostberlin - pr├Ągte das Bild von der DDR durch seine Ausstellungen, Begegnungen mit Schriftstellern, Sprachkurse, Filmvorf├╝hrungen und dergleichen Veranstaltungen sowie durch die in seinem Laden verkauften B├╝cher, Schallplatten und Kunstgewerbe. J├Ąhrlich wurden im KIZ der DDR in Warschau etwa 200.000 B├╝cher und 50.000 Schallplatten feilgeboten[17]. Man kann es heute bedauern, dass die DDR den Kulturaustausch mit der VRP damals monopolisierte. Erst 1990 entstand ein Kulturzentrum der vereinigten Bundesrepublik - das Goethe-Institut Warschau und anschlie├čend in Krakau.

Neben "ideologischen" Jahrestagen, wie z. B. den Jahrestagen der Entstehung der DDR und der VRP oder dem 40. Todestag von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, wurden auch Jahrestage gro├čer Deutscher gefeiert, etwa der 200. Geburtstag von Friedrich Schiller. Gasttourneen von DDR- und vereinzelt auch von westdeutschen Theatern und -K├╝nstlern, ├ťbersetzungen von Literaturwerken, Filmvorf├╝hrungen etc. vermittelten das Bild von friedliebenden Deutschen, das sich von dem in der polnischen ├ľffentlichkeit verwurzelten deutschenfeindlichen Paradigma abhob.

Zwischen 1945 und 1969 hat die VR Polen 127 Spielfilme in der DDR angekauft.

Das Interesse an Deutschland in Polen zeigt sich nicht zuletzt darin, dass die Zahl der Germanistikstudenten seit den 60er Jahren, als die ersten Lehrst├╝hle f├╝r Germanistik eingerichtet wurden - einige wurden sp├Ąter in Institute umgewandelt - gleichbleibend hoch ist. An der Universit├Ąt Warschau schlie├čen heute j├Ąhrlich etwa 160 Polen ihr Germanistikstudium ab.

1975 erschien die erste Ausgabe der "Berliner Zeitung" in polnischer Sprache und der Warschauer Zeitung "Zycie Warszawy" in Deutsch. Abgesehen davon, dass die beiden Zeitungen propagandistische Funktionen zu erf├╝llen hatten und die ideologische Einheit der beiden V├Âlker dokumentieren sollten, waren sie doch wichtige Informationsquellen ├╝ber die beiden L├Ąnder und pr├Ągten das Bild von dem anderen Land und seinen Menschen.

1978 wurden dem damals rekonstruierten Warschauer K├Ânigsschloss von den DDR-Beh├Ârden Kunstgegenst├Ąnde aus Berliner und Dresdener Kunstsammlungen ├╝bergeben. Es waren insgesamt 32 Kunstwerke und Gegenst├Ąnde des Kunsthandwerks aus der Zeit der s├Ąchsischen Kurf├╝rsten, die im 18. Jh. zugleich polnische K├Ânige waren (August II. und August III.). Diese Schenkung wurde als Ausdruck historischer Verbundenheit zwischen Polen und Sachsen gewertet. Zwar freute man sich in Polen ├╝ber diese Schenkung, aber zugleich verga├č man auch nicht, wer das Warschauer K├Ânigsschloss 1944 planm├Ą├čig in die Luft gesprengt hatte.

In den polnischen Medien erschienen relativ viele Berichte ├╝ber verschiedene Aspekte des kulturellen Lebens in der DDR, unter anderem ├╝ber das Bildungssystem, die Jugend, die Literatur, aber auch ├╝ber detaillierte Fragen wie die materielle Lage der ostdeutschen Journalisten. Die polnischen DDR-Korrespondenten berichteten in den 70er und 80er Jahren unter anderem ├╝ber folgende Themen: Filmkunst und Kinobesuche[18], Probleme des Theaters[19], die DDR als "f├╝hrendes Land in der B├╝cherproduktion und beim Lesen der Presse"[20], die wissenschaftliche Forschung[21], die Humboldt-Universit├Ąt zu Berlin[22], die Verlagspolitik[23], das staatliche Programm des Denkmalschutzes[24], ├╝ber den 30. Jahrestag des "Berliner Ensembles"[25], die Stellung der religi├Âsen und theologischen Literatur im Buchhandel der DDR[26], die Museumsinsel in Berlin[27], die wissenschaftliche Kooperation der DDR mit dem Ausland[28], den 10. Schriftstellerkongress der DDR[29]. Gegen Ende der 80er Jahre, aber noch zur Zeit der Volksrepublik berichteten die polnischen Medien bereits auch kritisch ├╝ber bestimmte Erscheinungen in der DDR-Kulturpolitik, z. B. ├╝ber das Verbot der sowjetischen Zeitschrift "Sputnik"[30], wobei auf die Begr├╝ndung dieses Verbots besonders hingewiesen wurde ("die Zeitschrift entstelle die Geschichte und schade der Freundschaft zwischen der DDR und der Sowjetunion"). Im M├Ąrz 1988 meldete etwa ein PAP-Korrespondent aus Ostberlin, die DDR-B├╝rger bek├Ąmen immer mehr kritische Informationen zu lesen. "Bisher wurden alle negativen Erscheinungen eifrigst vor der ├ľffentlichkeit verheimlicht. Die Kritik galt fast ausschlie├člich dem Westen und wandte sich gegen das Wettr├╝sten, die Missachtung von Menschenrechten, die Arbeitslosigkeit, die zunehmende Kriminalit├Ąt sowie gegen andere Plagen, die dem kapitalistischen System eigen sind. Pl├Âtzlich hat sich etwas ver├Ąndert. Das erste Symptom war eine Rede Erich Honeckers bei einem Treffen mit Sekret├Ąren der Kreiskomitees der SED, in der viele kritische Einsch├Ątzungen der ├Âkonomischen Lage im Lande enthalten waren (...). Der Verweis auf diese Missst├Ąnde von Seiten des Partei- und Staatschefs wurde als Anregung zur kritischen Auseinandersetzung mit bestimmten Lebensbereichen gewertet."[31] Das Fazit des Korrespondenten: "Die Kritik gilt vorerst nur ausgew├Ąhlten, beileibe nicht den wichtigsten Lebensbereichen. Es scheint aber, dass es der Anfang eines dauerhaften Prozesses sein wird, der unter dem Einfluss von Ver├Ąnderungen angebahnt wurde, die sich in anderen sozialistischen L├Ąndern vollziehen, insbesondere in der Sowjetunion und in Polen."[32] Damit ist auch die unterschiedliche Position der Massenmedien in der DDR und in Volkspolen angesprochen. Trotz ├Ąhnlicher ideologischer Grundlagen ├Ąu├čerten sich die Medien in der VRP fr├╝her als in der DDR kritisch ├╝ber die Entwicklungen in Staat und Gesellschaft.

Das Wissen ├╝ber die DDR wie auch ├╝ber die Bundesrepublik Deutschland war in der polnischen ├ľffentlichkeit recht gut. Zwar wurden nicht alle Informationen ├╝ber diese L├Ąnder ver├Âffentlicht, vor allem systemkritische in Bezug auf die DDR nicht, und es gab auch nur f├╝r bestimmte Kreise vorbehaltene Informationen[33]. Aber wissbegierige B├╝rger konnten sich w├Ąhrend der gesamten Zeit des Bestehens der Volksrepublik auch inoffizielle Informationen beschaffen. Nat├╝rlich standen die Polen den meisten Ostdeutschen, die t├Ąglich westliche Fernsehprogramme ungehindert sehen konnten, in dieser Hinsicht nach. Was f├╝r die Ostdeutschen das Westfernsehen, war f├╝r die Polen das amerikanische Radio Free Europe, das aus M├╝nchen in polnischer Sprache seine Sendungen ├╝ber die Vorg├Ąnge im In- und Ausland brachte. Die Sendungen des RFE wurden von den Beh├Ârden st├Ąndig gest├Ârt, so dass der Empfang ziemlich schlecht war. ├ähnlich wie die DDR-B├╝rger ├╝ber westliche Fernsehsendungen, sprachen die Menschen in Polen ├╝ber die Sendungen im Radio Free Europe privat miteinander. Man hat es in beiden L├Ąndern gelernt, zwischen der offiziellen Propaganda, der man nur wenig Glauben schenkte, und der westlichen Information, aber auch Propaganda gegen das kommunistische Regime, zu unterscheiden.


IV. (N)ostalgie in der ehemaligen DDR und in Polen

Blickt man heute auf die Zeit vor 1989 zur├╝ck, so f├Ąllt bei einem Teil der Bev├Âlkerung sowohl in Polen als auch in der ehemaligen DDR auf, dass sie die Zeit des "real existierenden Sozialismus" verkl├Ąrt. Der "Trabant" und "Wartburg" erscheinen heute noch manchen B├╝rgern als gute Autos Made in GDR, ├Ąhnlich wie viele Produkte der ostdeutschen Lebensmittelindustrie (Leberwurst, Bier, einige Spirituosenmarken usw.), aber auch Schuhe, Trikotagen, Kindersachen, optische Ger├Ąte und Musikinstrumente. Diese Waren pr├Ągten das Bild von der wirtschaftlich effektiven DDR und ihren Qualit├Ątsprodukten, die in Polen sehr begehrt waren. Erinnerungen an diese Zeit sind in der mittleren und ├Ąlteren Generation immer noch lebendig. Das zeigte eine Diskussion auf der Internetseite des Betreibers Onet.pl im vergangenen Jahr. Die besagte Diskussion war ein Anlass zu Erinnerungen und Vergleichen mit der damaligen Volksrepublik. Hier einige Beispiele, die die ├ähnlichkeit der Erfahrungen von DDR-B├╝rgern und Polen dokumentieren:

"In der DDR war es super: Die hatten immer gute Presswurst, Leberwurst und Rauchwurst. Und wen st├Ârte das?" Ein anderer User schreibt: "Ja, das mit der Leberwurst stimmt. Die haben jetzt den Westen und ├╝berall ist die Leberwurst ekelhaft. ... Bei Herrn Bode in G├Ârlitz gab es die beste Leberwurst." Ein dritter erinnert sich an den deutsch-polnischen Bau eines Atomkraftwerks mit FDJlern und daran, wie sie gemeinsam die Leberwurst verzehrten, und ein vierter schw├Ąrmt f├╝r die ehemalige "Sahneleberwurst", die er in den Delikatl├Ąden kaufte.

Eine weitere Gruppe von Internauten zeigt sich begeistert f├╝r den Trabi, den einer der User eher sympathievoll als "die Rache Honeckers" bezeichnet: Die ├╝berwiegende Mehrheit der 30 ├äu├čerungen ├╝ber das Auto ist positiv ("es ist ein Auto f├╝r einen durchschnittlich verdienenden Polen", "es hat mich noch nie im Stich gelassen", "Crashtests haben gezeigt, dass es besser ist als etwa der Renault Clio und Fiat Cinquecento"). Ebenso gute Einsch├Ątzungen fand bei den Internauten der Wartburg.

Es fehlen auch pers├Ânliche Erlebnisse der polnischen Nostalgie nach der DDR nicht - ein Internetnutzer erinnert sich an seine Freundschaft mit einer jungen DDR-B├╝rgerin, mit der er Zigaretten der Marke Cabinett rauchte und Aniswodka trank, ein anderer schw├Ąrmt f├╝r ostdeutsche Spirituosen: Kristall und Eierlik├Âr. Zu den gern gekauften Waren z├Ąhlen die Internetuser auch das dortige Bier. Das Wernesgr├╝ner schmeckte einem besonders mit Mettwurst, und die Soljanka war das beste Mittel gegen den Kater. Auch der Goldbroiler tat seine Wirkung.

Es fehlen aber auch politische Themen nicht: Ein "Onkel Helmi" (so der Username) erinnert an die Stasi. Ein anderer wendet dagegen ein: "Na und? Sahen die Beamtinnen etwa nicht geil aus?" Die User wissen von der Besatzung der DDR durch sowjetische Truppen und ├Ąu├čern dabei ihr Mitgef├╝hl mit den Ostdeutschen. Einer schreibt, "die DDR der 60er Jahre war wie eingefroren bei minus 40 Grad: Ich fuhr dorthin in Ferienlager. Alte Gassen mit Katzenpflaster, Autos wie Trabant, Robur, alles alt, heruntergefahren, komisch. Die Menschen ver├Ąngstigt und einsichtig, dass es so sein muss. Wir Polen - schreibt der Autor weiter - machten uns ├╝ber den Kommunismus lustig, und die Ostdeutschen zitterten vor Angst. Als wir einmal im Fernsehraum auf die ARD umschalteten, geriet ein junger FDJler, der auf uns aufpasste, in Rage. Dabei wollten wir nur ein Fu├čballspiel (im Pokalwettbewerb) sehen, keineswegs eine politische Sendung oder um Gottes willen keine Nachrichten. Als wir uns mit ihnen unterhielten, glaubten sie nicht, dass die Landwirte in Polen ihre eigenen Wirtschaften haben und dass neue Kirchen gebaut werden - das konnten sie nicht fassen. Die DDR-Kinder (im Ferienlager) hatten f├╝r 2 Wochen im Durchschnitt jeweils 20 bis 30 Mark. Wir hatten jeder 200 Mark vom offiziellen Umtausch und noch einmal 200 vom schwarzen Kauf, f├╝r den Ernstfall, wir kamen ihnen vor wie Ank├Âmmlinge aus dem All."[34] Einige Netzuser betonen, dass sie zu DDR-Zeiten Freundschaften mit DDR-B├╝rgern geschlossen haben, die bis heute bestehen. Diese User ├Ąu├čern auch ihr Mitleid mit den heute arbeitslosen DDR-B├╝rgern. Ein Internaut schreibt: "Die DDR war O.K.!!! Aber ganz im Ernst war sie ein Polizeistaat, ohne Meinungs-, Presse-, Reisefreiheit etc. Aber ein 'Durchschnittsb├╝rger' lebte dort in den 80er Jahren wirklich nicht schlecht, unvergleichbar besser als in den 'besten' Jahren der VRP. Die Versorgung in den Gesch├Ąften war sehr gut, es gab Arbeit, bei der man sich nicht besonders anstrengen musste, es gab Wohnungen, soziale Sicherheit und Sozialleistungen - billiges Essen in den Betriebskantinen, Erholungsheime, Ferienlager u. ├Ą. Was n├╝tzt es, wenn z. B. die Arbeiter der Waggonwerke 'Wagon' (in Polen, wo im September 2003 gestreikt wurde - Anm. TGP) oder N├Ąherinnen aus Elbing, von ihrem Arbeitgeber schm├Ąhlich behandelt, die Freiheit haben. Sie w├╝rden lieber 100mal in der ehemaligen DDR leben."[35] Manche User idealisieren sogar die DDR-Verh├Ąltnisse, wenn sie schreiben, den einstigen DDR-B├╝rgern sei es besser gegangen als den heutigen Polen. Die Verkl├Ąrung der alten Zeiten kommt in der h├Ąufig ge├Ąu├čerten Sehnsucht nach der Volksrepublik zum Ausdruck. Aber nicht nur die Sorge der DDR um das leibliche Wohl ihrer B├╝rger, sondern auch um die Hochkultur wird gelobt. Ein Leser der Zeitschrift "Przeglad"[36] preist die musikalischen Leistungen des VEB Deutsche Schallplatten Berlin, der als erster s├Ąmtliche Werke Ludwig van Beethovens herausgebracht hat (in der ber├╝hmten "Eterna-Edition"), sowie das Leipziger Gewandhaus wegen seiner hochklassigen Akustik.

Es gibt aber auch kritische Stimmen, wie z. B. ├╝ber die Zollbeamten der DDR, die polnische Busse, besondern an der innerdeutschen Grenze, filzten.


V. Auswertung einer demoskopischen Untersuchung ├╝ber die Einstellung der Polen gegen├╝ber den Deutschen

Positive Eigenschaften wurden in den 70er Jahren 28 Prozent der Deutschen zugeschrieben; in den 90er Jahren waren es schon 47 Prozent. Zu betonen ist, dass die Selbsteinsch├Ątzung der Polen, soziologischen Untersuchungen zufolge, viel schlechter ist als ihre Einsch├Ątzung der anderen Nationen - 40 Prozent der jungen Generation sieht sich selbst schlechter als sie von den Ausl├Ąndern gesehen werden. In den Medien wird ein umgekehrtes Bild dargestellt - dort erscheinen die Polen als den Fremden gegen├╝ber ├╝berm├Ą├čig kritisch und ihrem Polentum gegen├╝ber verfallen.

Im November 1989 wurde vom Zentrum f├╝r Meinungsforschung OBOP eine Untersuchung zur Einstellung der Polen gegen├╝ber Deutschen ver├Âffentlicht, die auch die Zeit von 1975 bis 1989 ber├╝cksichtigte[37]. Allerdings beziehen sich die Angaben f├╝r 1975 und 1977 auf die Deutschen insgesamt, ohne die Unterscheidung zwischen den DDR- und BRD-B├╝rgern. Darin wurden folgende Ergebnisse festgehalten (Angaben in Prozent):

Tabelle 1:
Einstellung der Polen gegen├╝ber den Deutschen aus der BRD und der DDR

Jeweils Deutsche BRD zu Deutsche DDR in Prozent

Sympathie

1975 - 8 / 8
1977 - 7 / 7
1981 - 9 / 13
1982 - 15 / 23
1983 - 9 / 19
1984 - 12 / 22
1985 - 10 / 28
1986 - 12 / 21
1987 - 13 / 17
1988 - 16 / 18
1989 - 23 / 20

Abneigung
1975 - 60 / 60
1977 - 61 / 61
1981 - 49 / 37
1982 - 32 / 23
1983 - 46 / 28
1984 - 36 / 23
1985 - 48 / 25
1986 - 35 / 21
1987 - 35 / 24
1988 - 29 / 23
1989 - 27 / 28

Gleichg├╝ltigkeit
1975 - 32 / 32
1977 - 32 / 32
1981 - 42 / 50
1982 - 53 / 54
1983 - 45 / 53
1984 - 52 / 55
1985 - 42 / 47
1986 - 53 / 58
1987 - 52 / 59
1988 - 55 / 59
1989 - 50 / 52

Im Vergleich zu den 70er Jahren stieg in den 80er Jahren die Sympathie und sank die Abneigung der Polen gegen├╝ber den Deutschen, obwohl die Zahl der Personen, die ihre Abneigung ├Ąu├čerten, im Allgemeinen h├Âher war als die der Befragten, die ihre Sympathie bekundeten. In der ersten H├Ąlfte der 80er Jahre stieg relativ schneller die Zahl der Befragten, denen die Ostdeutschen sympathischer erschienen als die Westdeutschen. In der zweiten H├Ąlfte wendete sich die Einstellung zugunsten der Westdeutschen. 1989 ├╝berwog die Zahl der Befragten, denen die Westdeutschen sympathischer erschienen als die Ostdeutschen.

Die Abneigung gegen├╝ber den Deutschen hing vor allem mit den Erinnerungen der Befragten an den Zweiten Weltkrieg zusammen, und sie wurde vor allem von ├Ąlteren Menschen, den ├╝ber 50-J├Ąhrigen ge├Ąu├čert. Unter den sozialen und Berufsgruppen ├╝berwogen die negativen Einstellungen gegen├╝ber den Deutschen bei Angestellten mit Hochschulabschluss und bei Landwirten; ihre Sympathie ├Ąu├čerten dagegen ├╝berwiegend Facharbeiter. W├Ąhrend in den 70er Jahren fast zwei Drittel der Befragten von ihrer Abneigung gegen├╝ber den Deutschen sprachen und 1981 noch fast die H├Ąlfte ihre Abneigung gegen├╝ber den Westdeutschen und etwa ein Drittel - gegen├╝ber den Ostdeutschen ├Ąu├čerten, ist in der zweiten H├Ąlfte der 80er Jahre der Anteil von Befragten, die den Westdeutschen gegen├╝ber abgeneigt waren, auf etwa ein Drittel und der Anteil von Personen, die den Ostdeutschen gegen├╝ber eine Abneigung empfanden, auf etwa ein Viertel gesunken.

├ähnliche Erhebungen wurden in Bezug auf die Einstellung der DDR und der BRD zu Polen durchgef├╝hrt (zur Auswahl standen die Antworten: freundschaftlich und feindselig). Die Zahl der Befragten Polen, die zwischen 1978 und 1989 den Ostdeutschen ein freundschaftliches Verh├Ąltnis zuschrieben, ├╝berwog die Zahl derjenigen, die dieses positive Verh├Ąltnis bei den Westdeutschen sahen.

Tabelle 2:
Einstellungen der Deutschen aus Ost und West gegen├╝ber Polen

Angenommene Einstellung der DDR zu Polen (prozentuale Werte)

jeweils freundschaftlich / feindselig
1978 - 77 / 7
1981 - 35 / 31
1982 - 56 / 13
1983 - 49 / 17
1984 - 52 / 14
1985 - 59 / 15
1986 - 56 / 9
1987 - 52 / 12
1988 - 57 / 14
1989 - 41 / 25

Angenommene Einstellung der BRD zu Polen
jeweils freundschaftlich / feindselig
1978 - 18 / 47
1981 - 10 / 52
1982 - 27 / 30
1983 - 10 / 55
1984 - 10 / 48
1985 - 8 / 60
1986 - 13 / 44
1987 - 12 / 43
1988 - 20 / 35
1989 - 31 / 27

Inwieweit diese Ergebnisse auf die Einwirkung der staatlichen Propaganda zur├╝ckgehen, entzieht sich meiner Kenntnis. Signifikant sind die Angaben zur DDR f├╝r das Jahr 1981. Sie zeigen, dass der Prozentsatz derjenigen polnischen Befragten, die in der DDR ein gegen├╝ber Polen freundschaftlich eingestelltes Land sahen, ungef├Ąhr dem derjenigen gleichkam, die das Gegenteil behaupteten.

Auch haben sich in den 70er und 80er Jahren die stereotypischen Vorstellungen der Polen ├╝ber die Deutschen gewandelt. Die Befragten sollten charakteristische Eigenschaften der Deutschen nennen. 1975 wurden meistens folgende Eigenschaften genannt (vgl. Tabelle 3: Charaktermerkmale der Deutschen aus polnischer Sicht; die Reihenfolge ergibt sich aus dem Prozentsatz der Nennungen):


Tabelle 3:
Charaktermerkmale der Deutschen aus polnischer Sicht:


36 % Arbeitsamkeit
28 % Wirtschaftlichkeit
27 % Grausamkeit
20 % ├ťberheblichkeit
16 % Diszipliniertheit
16 % Aggressivit├Ąt und Annexionslust
14 % Solidit├Ąt

Obwohl die Polen in den 70er Jahren in ihrer Mehrheit den Deutschen gegen├╝ber abgeneigt waren, ├╝berwogen bei der Gesamteinsch├Ątzung der Deutschen positive Eigenschaften (55 % der Charakteristiken). Bei 44 Prozent der Einsch├Ątzungen wurden negative Eigenschaften genannt. Im Vergleich zu anderen Nationalit├Ąten aber war die Sicht der Deutschen von einem verh├Ąltnism├Ą├čig hohen Anteil an negativen Einsch├Ątzungen gekennzeichnet.

In den 80er Jahren ist das Bild der Deutschen allm├Ąhlich besser geworden. Es gleicht nun in etwa dem der Ungarn und Franzosen, die von den Polen immer positiv charakterisiert wurden. 1989 waren etwa 74 Prozent der den Deutschen zugeschriebenen Charaktereigenschaften positiv, und das sowohl in Bezug auf die Ost- wie die Westdeutschen. Genannt wurden folgende Eigenschaften: Arbeitsamkeit, Wirtschaftlichkeit, gute Organisation, Diszipliniertheit, Sauberkeit, Solidit├Ąt und Gr├╝ndlichkeit, hohes Kulturniveau.

Tabelle 4:
Charaktereigenschaften der Deutschen (mit weniger als 10 Prozent der Nennungen)

negative Eigenschaften:

ein negatives Verh├Ąltnis zu den Polen
Eigenn├╝tzigkeit
Neid
Egoismus
Falschheit

positive Eigenschaften:
geistige F├Ąhigkeiten
Sauberkeit
Fortschrittlichkeit
P├╝nktlichkeit

Etwa 18 Prozent der Charakteristiken enthielten negative Eigenschaften der Westdeutschen, darunter deren Eigenn├╝tzigkeit, ├ťberheblichkeit und Ungeneigtheit gegen├╝ber anderen Menschen. 24 Prozent der Befragten bem├Ąngelten bei den DDR-B├╝rgern deren ├ťberheblichkeit, Ungeneigtheit, insbesondere gegen├╝ber den Polen, Eigenn├╝tzigkeit und Falschheit. Im Gro├čen und Ganzen erschienen die Deutschen aus Ost und West den Polen in ihren Eigenschaften fast identisch. Die Unterschiede betrafen den Reichtum, intellektuelle F├Ąhigkeiten, Wirtschaftlichkeit, Eigenn├╝tzigkeit und mangelndes Wohlwollen gegen├╝ber den Anderen - alles Eigenschaften, die bei den Westdeutschen mehr ausgepr├Ągt waren als bei den Ostdeutschen, bei denen aber h├Ąufiger Sauberkeit und Sorge um die Kultur h├Âher gestellt und Falschheit sowie Abneigung gegen├╝ber den Polen bem├Ąngelt wurden.

Die Polen sahen, anders als etwa die DDR und gro├če Teile ihrer B├╝rger, trotz unterschiedlicher sozial├Âkonomischer und politischer Systeme in den Deutschen ein Volk. Die in der DDR lancierte These von zwei Nationen auf deutschem Boden wurde nur von etwa 20 Prozent der befragten Polen akzeptiert. Zwischen 1987 und 1989 stieg die Zahl derjenigen Befragten, die eine Vereinigung Deutschlands f├╝r m├Âglich hielten, was die nachstehende Tabelle 5 veranschaulicht (Angaben in Prozent)[38]


Tabelle 5:
Einstellungen gegen├╝ber der bevorstehenden Einigung Deutschlands
(Angaben in Prozent)
[39]

Ja, bald kommt es zur Vereinigung
1987 = 4 %
1988 = 22 %

Ja, es kommt zur Vereinigung, aber in weiterer Zukunft
1987 = 27 %
1988 = 44 %

Ich bezweifle, dass es zur Vereinigung kommt
1987 = 50 %
1988 = 16 %

keine Meinung
1987 = 19 %
1988 = 18 %

Damals ├╝berwog bei den Befragten auch die Ansicht, dass die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten weder f├╝r den Frieden noch f├╝r die Sicherheit in Europa noch f├╝r Polen von Vorteil w├Ąre. Die Perspektive der Wiedervereinigung lie├č in der polnischen ├ľffentlichkeit das Gef├╝hl der Bedrohung entstehen. Der Autor der hier vorgestellten Untersuchung fasst die Ergebnisse wie folgt zusammen: "Die ├ťberzeugung, das beide deutsche Staaten sich vereinigen sollten, wird in erster Linie mit der Gewissheit verbunden, dass es ein deutsches Volk gibt, dem die Polen nun das Recht auf einen gemeinsamen Staat zuerkennen."[40]

Fazit

Die Wahrnehmung der Deutschen aus Ost und West hat sich in der polnischen ├ľffentlichkeit im Zuge der immer n├Ąher r├╝ckenden Perspektive der deutschen Wiedervereinigung dahingehend gewandelt, dass die Unterschiede zwischen den Ost- und Westdeutschen sich in den Augen vieler Polen immer mehr verwischten. Nur etwa 20 Prozent der Befragten sprachen von zwei deutschen Nationen. Die Zahl derer, die eine Wiedervereinigung bef├╝rworteten, stieg von etwa 29 Prozent im Jahr 1987 auf 46 Prozent im Jahr 1989, w├Ąhrend die Zahl der Gegner der deutschen Einheit entsprechend von 47 auf 34 Prozent zur├╝ckging. Auch hat sich die Einstellung gegen├╝ber den Deutschen als einer vereinigten Nation gewandelt. Auf die Frage: "Wird sich die Vereinigung der DDR und der BRD auf den Frieden und die Sicherheit in Europa positiv auswirken?" antworteten im Jahre 1989 28 Prozent mit einem Ja und 41 Prozent mit einem Nein. Ungef├Ąhr genauso viele Befragte ├Ąu├čerten sich zu der Frage, ob die Wiedervereinigung f├╝r Polen g├╝nstig w├Ąre.

Heute stehen wir vor ganz anderen Problemen. Wir wissen, welche Rolle das vereinigte Deutschland bei der Aufnahme Polens in die EU gespielt hat und wissen diese Rolle zu sch├Ątzen. Neu ist aber die Angst vieler Polen vor der Revision der nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Besitzverh├Ąltnisse in den ehemals deutschen Ostgebieten, wie sie die Vertriebenenverb├Ąnde anstreben, indem sie etwa durch die Preu├čische Treuhand wieder in den Besitz ihres verlorenen Eigentums kommen wollen. Es bleibt, ich denke - nicht nur den Polen - die Hoffnung, dass durch unverantwortliche Handlungen einer lautstarken Gruppe von Ewiggestrigen das mit so gro├čer M├╝he aufgebaute relativ gute Verh├Ąltnis zwischen Deutschen und Polen nicht wieder aufs Spiel gesetzt wird. Ich hoffe auch, und ich spreche hier weder als Politiker noch als ein politisch engagierter Staatsb├╝rger, sondern als Europ├Ąer, dass die Deutschen und Polen weiterhin befreundete Nachbarn bleiben und im gemeinsam angestrebten vereinigten Europa nicht wieder einander Schaden zuf├╝gen werden.


Anmerkungen

1 Vgl. Mieczyslaw Tomala (Hrsg.), Polacy i Niemcy. Wzajemnie postrzeganie (Polen und Deutsche. Ihre gegenseitige Wahrnehmung), Warszawa 1994, S. 8.
2 Vgl. zwei von mehreren Publikationen: Tomasz Szarota, Niemiecki Michel (Der deutsche Michel), Warszawa 1988;Wojciech Wrzesinski (Hrsg.), Wok├│l stereotyp├│w Niemc├│w i Polak├│w (├ťber die Stereotype der Deutschen und Polen), Wroclaw 1993.
3 Vgl. Mieczyslaw Tomala (Hrsg.), Polacy i Niemcy, a. a. O., S. 11.
4 Vgl. Uprzedzenia miedzy Polakami i Niemcami. Materialy polsko-niemieckiego sympozjum naukowego 9-11 grudnia 1992 (Vorurteile zwischen Deutschen und Polen. Materialien eines deutsch-polnischen Symposiums, 9.-11. Dezember 1992), wiss. Red.: Franciszek Grucza, Warszawa 1994.
5 Mieczyslaw Tomala, Patrzac na Niemcy. Od wrogosci do porozumienia 1945-1991, Warszawa 1997.
6 Ludwik Janiszewski, Niemcy w swiadomosci Polak├│w. Rys socjologiczny, Szczecin 1995.
7 Elzbieta Stadtm├╝ller (Hrsg.), Niemcy: nar├│d - panstwo 1961-1996, Lublin 1998.
8 Tomasz Szarota, Niemcy i Polacy. Wzajemne postrzeganie i stereotypy, Warszawa 1996.
9 Ewa Kobylinska, Andreas Lawaty und R├╝diger Stephan (Hrsg.), Deutsche und Polen. 100 Schl├╝sselbegriffe, M├╝nchen 1992.
10 Andreas Lawaty und Hubert Orlowski (Hrsg.), Deutsche und Polen. Geschichte - Kultur - Politik. Verlag C. H. Beck, M├╝nchen 2003.
11 Vgl. Ludwig Mehlhorn, Zwangsverordnete Freundschaft? Zur Entwicklung der Beziehungen zwischen der DDR und Polen 1949-1990, in: "Dialog. Deutsch-polnisches Magazin", Nr. 50, 2000.
12 Vgl. K. Ziemer, K├Ânnen Polen und Deutsche Freunde sein? Polnische Bef├╝rchtungen bei der Vereinigung Deutschlands, in: G. Trautmann, Die h├Ąsslichen Deutschen. Deutschland im Spiegel der westlichen und ├Âstlichen Nachbarn, Darmstadt 1991, S. 89.
13 Vgl. Armin Mitter, Resentymenty i proletariacki internacjonalizm: postawa NRD wobec PRL (Ressentiments und proletarischer Internationalismus: Die Einstellung der DDR gegen├╝ber der VRP), in: Uprzedzenia miedzy Polakami i Niemcami, a. a. O., S. 76.
14 Vgl. Ludwig Mehlhorn, Zwangsverordnete Freundschaft? A. a. O.
15 Ebd.
16 Vgl. Mieczyslaw Tomala, Polacy i Niemcy, a. a. O., S. 19.
17 Angaben aus dem Jahr 1982.
18 "Trybuna Ludu" vom 29.4.1973.
19 Vgl. PAP-Bulletin "Kraje Socjalistyczne" vom 15.9.1973.
20 Vgl. PAP-Bulletin "Kraje Socjalistyczne" vom 7.9.1973.
21 Interpress-Bericht vom 25.8.1975.
22 PAP-Bericht vom 30.1.1976.
23 PAP-Bericht vom 22.6.1977.
24 PAP-Bericht vom 22.9.1979.
25 Trybuna Ludu" vom 13.9.1979.
26 PAP-Bericht vom 5.12.1980.
27 "Zycie Warszawy" vom 31.5.1982.
28 PAP-Bericht vom vom 19.7.1980.
29 "Zycie Warszawy" vom 5.-6.12.1987.
30 Einige Ausgaben des PAP-Bulletins "Kraje Socjalistyczne" gegen Ende 1988.
31 PAP-Bulletin "Kraje Socjalistyczne" Nr. 12542 vom 15.3.1988.
32 Ebd.
33 Zum Beispiel das Bulletin der Polnischen Presseagentur PAP "Kraje Socjalistyczne" (Sozialistische L├Ąnder), das nur f├╝r den internen Gebrauch in den Staats- und Parteiorganen sowie in ausgew├Ąhlten Medien zugelassen war.
34 http://tygodnik.onet.pl/1, 104,8,2861009,8901250,701618, forum.html
35 http://tygodnik.onet.pl/1, 104,8,2846995,8854683,701618, forum.html
36 www.przeglad-tygodnik.pl/htemy/listy/listy.htm
37 Zmiany postaw Polak├│w wobec Niemc├│w (Wandlungen der Einstellungen der Polen gegen├╝ber den Deutschen), Forschungskommunique Nr. 31/533.
38 Ebd.
39 Ebd.
40 Ebd.