KULTURATIONOnline Journal für Kultur, Wissenschaft und Politik
Nr. 24 • 2021 • Jg. 44 [19] • ISSN 1610-8329
Herausgeberin: Kulturinitiative 89
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ThemaKulturation 1/2003
Kulturelle Differenzierungen der deutschen Gesellschaft
Tobias J. Knoblich
Soziokultur - im Osten ein erfolgreiches Konzept?
Über Erfolg oder Mißerfolg einer Kulturpraxis im zwölften Jahr der deutschen Einheit verlĂ€ĂŸlich zu urteilen, ist ausgesprochen schwer, noch dazu, wenn sie mit dem nicht eben faßlichen Begriff „Soziokultur“ operiert. Freilich hĂ€ngt es immer davon ab, wie man nun die Leistung soziokultureller Akteure definiert und welchen Stellenwert man ihnen im Gesamtspektrum gesellschaftlicher Akteure einrĂ€umt. Der anhaltend wirkende „weite Kulturbegriff“ aus der DDR, den die Demoskopen in einem deutsch-deutschen Vergleich 1991 aufzeigten[1] steigerte die Aufmerksamkeit gegenĂŒber Kulturpraxen, die ihn explizit bedienten. Um so aufmerksamer betrachtete man auch die EinfĂŒhrung der Soziokultur in Ostdeutschland, die von den neuen LĂ€ndern förderpolitisch wohlwollend flankiert wurde. So besehen ist Soziokultur mehr als das, was etwa die Stadt ZĂŒrich auf ihrer Homepage ĂŒber sie zu sagen weiß: „Soziokultur ist - ganz einfach - die Kultur des Zusammenlebens. Sie kommt meistens prima ohne staatliche Hilfe aus.“[2] Im Osten ist das anders: Soziokultur war und ist ein Begriff, der konkrete breitenkulturelle Arbeit subsumiert und einen bestimmten Impetus demokratischer SelbstermĂ€chtigung transportiert. Sie war und ist ein wichtiger Leitbegriff zur Etablierung einer freien Kulturszene und bedarf selbstverstĂ€ndlich erheblicher staatlicher Zuwendungen. Das hat sogar ein katholischer Kulturminister in Sachsen vorbildlich begriffen: alltagstaugliche BindekrĂ€fte in solch einer schwierigen Umbruchsphase konnten wohl kaum durch die Kirchen erzeugt werden, wenn auch gerade die evangelische Kirche das wichtigste Dach fĂŒr die Artikulation von Protest und Neuorientierung geboten hatte, doch die Kultur, die schon im Zuge der ersten großen SĂ€kularisierungsschĂŒbe mit alternativem Sinn handelte, erschien eher als probate Instanz, dem taumelnden Individuum das Sozium vertraut zu halten. Und so war Soziokultur – ein wenig ĂŒberzogen – kulturpolitisch schon deshalb geadelt, weil sie nah am Einzelnen agiert. Soziokulturelle Zentren, die in der Folge aus unterschiedlichen VorgĂ€ngermodellen und Wendeinitiativen wie im Zeitraffer entstanden, entwickelten sich schnell zu gern gesehenen Einrichtungen, die sehr stark auch ein jugendliches Publikum erreichten. Viele mochten sie auch, weil in ihnen ein StĂŒck Bewegung erhalten blieb, die im Zuge der allgemeinen Anpassung verloren zu gehen drohte. Dennoch ist es schwer, die BemĂŒhungen der vergangenen Jahre zu bewerten.

WĂŒrde ich jetzt als VerbandsfunktionĂ€r vor kulturpolitischen WĂŒrdentrĂ€gern und Zuwendungsgebern reden, fiele mir die EinschĂ€tzung leichter, denn fĂŒr diese Adressaten gibt es klare Parameter: Evaluation der Förderpolitik unter Einbezug des Aufzeigens nachhaltiger Effekte in Form der Herausbildung einer stabilen TrĂ€gerlandschaft und einschlĂ€giger Verbandsstrukturen; die gesellschaftliche Akzeptanz und WertschĂ€tzung der Praxis einmal vorausgesetzt. Das alles kann man fĂŒr die Soziokultur Ost – Sachsen-Anhalt im Moment noch teilweise ausgeschlossen[3] – ohne weiteres nachweisen. Der Transformationsprozess scheint geglĂŒckt, die Phase des Aufbruchs und der Assimilation liegt hinter uns, wir haben Einrichtungen aus staatlicher TrĂ€gerschaft in freie TrĂ€gerschaften ĂŒberfĂŒhrt, KulturhĂ€user basisdemokratisch umorganisiert, neue Initiativen unterstĂŒtzt, eine sparten- und generationsĂŒbergreifende, beteiligungsorientierte, zielgruppenoffene, aber auch Minderheiten zugewandte Kulturarbeit etabliert, interkulturelle oder jugendhilfliche Angebote integriert, ins Gemeinwesen wirkende, stadtentwicklungsbezogene Projekte durchgefĂŒhrt und vieles mehr. Wir haben die Projektmethode, ihre Vor- und Nachteile fĂŒr uns entdeckt, wir haben den Diskurs mit einer mehr oder minder flexiblen Kulturverwaltung auf allen Förderebenen aufgebaut, und wir haben das SubsidiaritĂ€tsprinzip lieben und hassen gelernt.

Anfangs hatten wir auch wohlwollend zur Kenntnis genommen, in die Definitionsaura der „kulturellen Substanz“ nach Art. 35 EV zu gehören, wußten aber aus der Physik, daß die WĂ€rme der Korona abhĂ€ngt von der Distanz zum Zentrum der Strahlkraft. Da wir weit am Rande saßen und sich das Zentrum von einem Kulturbegriff einer im Kern unteilbaren deutschen Nation nĂ€hrte, haben wir uns darauf konzentriert, IdentitĂ€tspolitik eher kleinteilig zu betreiben und uns nicht so sehr im Kontext der Kulturnation zu verorten. Nur so war es uns auch möglich, den BrĂŒckenschlag zur Soziokultur West dauerhaft aufrechtzuerhalten, nach deren Errungenschaften wir uns schließlich benannten: Soziokultur, das war kein ererbter, sondern eher ein geborgter, auf Verdacht ĂŒbernommener Begriff. Die Etablierungsarbeit im Spartendenken der Kulturpolitik hatten andere mĂŒhsam geleistet. Schön daran war, daß wir damit ein Label und folglich eine Zukunft hatten, aber aufgrund der unsicheren Gangart noch immer ĂŒber genĂŒgend Eigenart verfĂŒgten. Das GefĂŒhl, das man da hat, beschrieb Jana Hensel in ihrem Buch „Zonenkinder“ sehr treffend: „Mitte der Neunziger, wir waren mittlerweile ĂŒber fĂŒnf Jahre im Westen, hatten wir noch immer nicht gelernt, uns richtig anzuziehen. Jeder sah sofort, wo wir herkamen.“ [4] So war das auch in der Soziokultur, und so sahen damals auch die Förderabrechnungen aus, und alle freuten sich, wie leicht das Leben sein konnte.

Die eigentlichen Differenzen beginnen erst da, wo sie sich nicht mehr oberflĂ€chlich als Differenzen zu erkennen geben. Und das auf allen Ebenen. Ich möchte die wichtigsten kurz vorstellen und damit den Erfolg des Konzeptes Soziokultur Ost relativieren, und dies in produktiv gemeinter Hinsicht. Im ĂŒbrigen haben wir Differenz immer auch als notwendig erachtet, sie wird nur dann problematisch, wenn sie sich in Handlungen und Äußerungen ausdrĂŒckt, deren Motivation nicht klar erkennbar ist.

Es gibt also meist unausgesprochene Differenzen:
a) in der Bewertung soziokultureller Akteure aus der Sicht unterschiedlicher Betrachter (EntscheidungstrÀger, Verwaltungsangestellte West/Ost),
b) in der Bewertung der LeistungsfÀhigkeit einzelner Bereiche (etwa Kinder- und Jugendarbeit nach dem KJHG),
c) in der Bewertung der generellen FörderwĂŒrdigkeit aufgrund heftigerer VerteilungskĂ€mpfe in Zeiten knapper öffentlicher Kassen,
d) in der bundesweiten Suche soziokultureller Akteure nach Perspektiven und Entwicklungsoptionen, insbesondere vor dem Hintergrund der Herkunft.

Dies sind auf den ersten Blick Themen, die eigentlichen keinen Zweifel am generellen Erfolg der Soziokultur aufkommen lassen, sondern eher als zwangslĂ€ufige Randbedingungen aufscheinen. Doch nĂ€her betrachtet verbergen sich hinter ihnen Grundsatzprobleme fĂŒr eine lĂ€ngerfristige Stabilisierung einer interdisziplinĂ€ren, ressortĂŒbergreifend zu begleitenden Kulturpraxis. Ich möchte diese Punkte kurz nĂ€her betrachten.

Ad a.) Der offensive Kanon aller VerantwortungstrĂ€ger, mit dem die Notwendigkeit einer Soziokultur proklamiert wurde, ist nicht mehr handlungsleitend. Parallel mit der Festigung der Förderebenen entstand ein Konzert unterschiedlichster Wertungen, das aus lokalen und regionalen Besonderheiten gespeist wird, mehr noch aber aus dem konkreten Erfahrungskontext der VerantwortungstrĂ€ger. Wir fallen hier zurĂŒck in hĂ€ufig unausgesprochene Wertungen wie: Soziokultur, das sind die Subversiven, Wilden, Hausbesetzer, deren Hauptziel in der Pflege eines bestimmten Lebensstils besteht; einen Gewinn fĂŒr das Gemeinwesen kann man hier weder messen noch erwarten. Das ist eine typisch westdeutsche Perspektive. Eine andere Dimension ist eine mancherorts fortlebende Unterscheidung zwischen Kulturhaus und soziokulturellem Zentrum; schlimmer als das aber ist die Ansicht, wer Soziokultur mache, agiere auf der Basis von Pionierhauswerten. Diese idealtypischen Wertepole West-Ost treten nicht in dieser Reinform auf, bestimmen aber in Tendenzurteilen unsere Arbeit.

Man muß hier aber anmerken, daß zu Beginn ganz bewußt auf die „Westschablone“ der importierten Verwaltungsleute gesetzt wurde, um auch förderpolitisch optimale Wege einschlagen zu können. Wir hatten hĂ€ufig das GlĂŒck, daß dort Leute agierten, deren Schablone sehr differenziert geschnitten war, die also die Errungenschaften einer durchaus subversiv erstrittenen Kulturpraxis mit den konzeptionellen Entgegnungen einer Neuen Kulturpolitik in Zusammenhang bringen konnten. In manch einem Hinterkopf aber haben sich sehr reduzierte Bilder ĂŒber die Absichten soziokultureller Akteure gehalten; sie korrespondieren hĂ€ufig mit einem eingefrorenen Lebensentwurf, der aus den siebziger Jahren „West“ stammt.

Ad b.) Was die LeistungsfĂ€higkeit der einzelnen TĂ€tigkeitsbereiche in der soziokulturellen Arbeit anbelangt, wird heute gern die InterdisziplinaritĂ€t zum Anlaß genommen, die TrĂ€gerlandschaft zu minimieren. Im jugendhilflichen Bereich, der gerade fĂŒr die Soziokultur Ost eine wichtige SĂ€ule bildet, verstĂ€rkt sich die Konkurrenz zwischen den großen Wohlfahrts- und JugendverbĂ€nden und sogenannten PartikulartrĂ€gern. Wo vordergrĂŒndig bisher eher die Akzeptanz einer notwendig jungen Praxis dominierte, treten nun die knappen Ressourcen und der Kampf um die dauerhafte Besetzung bestimmter Aktionsfelder auf die Tagesordnung. Förderbereinigungen vor allem auf kommunaler Ebene beflĂŒgeln diesen VerdrĂ€ngungsprozeß, der gerade deshalb recht demĂŒtigend ist, weil er nicht mit einem fachlichen Diskurs verbunden wird. Gerade vor dem Hintergrund der Pisa-Studie können die soziokulturellen Einrichtungen auf ein hohes und ausbaufĂ€higes Potential verweisen, das gerade ihren interdisziplinĂ€ren AnsĂ€tzen und Vernetzungen im Gemeinwesen entspringt. In Sachsen beispielsweise liegt der Anteil an Kindern und Jugendlichen bis 20 Jahre im Gesamtbesucherspektrum bei 47 % (Jahr 2000).[5] Der bisherige Erfolg wird hier, wenn man so will, unterminiert; Soziokultur wird indirekt hĂ€ufig die Kompetenz streitig gemacht, weil sie nicht die „klassischen Felder“ auf die „klassische Art und Weise“ besetzt. Das, was sie einst auszeichnete und ihr besondere Entwicklungswege im Osten eröffnete, gerĂ€t ihr nun zu einem Nachteil.

Ad c.) Dann gibt es freilich die hier schon mit angedeutete Tendenz, daß die gravierenden Haushaltsprobleme, die sich auch in der KulturförderansĂ€tzen niederschlagen, jene besonders hart treffen, die die unspektakulĂ€re, kleinteilige Kulturarbeit leisten. Der Erfolg des Konzeptes Soziokultur muß sich auch daran messen lassen, wie in Krisen mit ihren Existenzrechten umgegangen wird. Hier erleben wir die zeitgemĂ€ĂŸe Wiederkehr eines affirmativen Kulturbegriffs, nach dem jenes prioritĂ€r zu unterstĂŒtzen sei, das seine Rechte nicht in diesem Leben erworben hat. Der Begriff der „kulturellen Substanz“, an dem wir anfangs stolz partizipierten, hat seine Bedeutung fĂŒr die Breitenkultur verloren. Das in der Sache nĂŒtzliche Blaubuch von Paul Raabe[6] schien gerade zu dem Zeitpunkt, wo man offenbar noch einmal klar darstellen mußte, was am Osten nun substantiell sei und ĂŒber die schweren Jahren kommen sollte. Daß es seit etwa vierzehn Tagen auch eine populĂ€re Ausgabe mit touristischem Bildmaterial gibt, Ă€ndert nichts daran, daß hier das Museale bei weitem dominiert. (Ich weiß, daß Paul Raabe aber sehr lange schon und ausgesprochen engagiert mit positiver Intention am Blaubuch gearbeitet hat; er ist einer jener „Westler“, die sehr viel fĂŒr uns getan haben, insbesondere fĂŒr die Franckeschen Stiftungen in Halle; das soll damit keinesfalls geschmĂ€lert werden!) Ein Blaubuch aber der freien Kulturarbeit und ihres Mindestförderrahmens wĂ€re unbedingt einmal vonnöten; doch wĂŒrde der Bund die Finanzierung eines solchen Vorhabens mit dem Verweis auf die ZustĂ€ndigkeit der LĂ€nder und Gemeinden sicher ablehnen.[7]

In einem vergleichsweise reichen Ostbundesland wie Sachsen wird beispielsweise die Allgemeine Kunst- und Kulturförderung des Landes im nĂ€chsten Doppelhaushalt[8] um durchschnittlich 55 % reduziert. Die ZuschĂŒsse des Landes an die in Sachsen per Gesetz gebildeten KulturrĂ€ume als regionale ZweckverbĂ€nde sind seit 1994 gedeckelt, allein die ausbleibende Dynamisierung gefĂ€hrdet die Spartenvielfalt in der Förderung. Wenn Sparten ausgeschlossen werden, so kann man davon ausgehen, daß die Soziokultur sehr schnell ins GesprĂ€ch kommen wird.

Ad d.) Die vierte Differenz betrifft nun ein Binnenthema der vereinigten Soziokultur. Es ist die bei weitem einfachste. Der Osten war fĂŒr viele West-Akteure ein ideales BestĂ€tigungsfeld: 1990 hatte die Bundesregierung die Soziokultur in der Beantwortung einer Großen Anfrage der SPD umfassend definiert und gewĂŒrdigt, sie als „feste GrĂ¶ĂŸe im kulturellen Leben der Bundesrepublik Deutschland“ [9] beschrieben. Damit war auch ein StĂŒck Biographie der Akteure gewĂŒrdigt, denn viele der Einrichtungen sind mit ganz konkreten Menschen bis heute untrennbar verbunden. Der Import der Neuen Kulturpolitik in die neuen BundeslĂ€nder konnte zeigen, daß Soziokultur wirklich am Nerv von VerĂ€nderungen wirkt, daß ihre Akteure Modernisierer und Aktivisten sein mußten, die das notwendig zu Tuende auch wirklich taten. Gleichzeitig und nebenbei konnte der politische Erfolg mit einem empirischen gekoppelt werden: Soziokultur, ein deutsch-deutscher Vereinigungserfolg. Dieser Ansatz ging in der Tat auf, es gibt eine Vielzahl an Beispielen, mit denen hervorragende Aufbauarbeit dokumentiert werden kann.

Doch jedes Kind lernt einmal laufen, und kann es erst reden, verschlĂ€gt es manchem Elternteil die Sprache; ein PhĂ€nomen, das gerade die 68er sehr gut kennen mĂŒĂŸten, waren sie doch selbst recht vorlaut. Man merkt an meiner lockeren Wortwahl, daß hier nicht wirklich ein Problem liegt, doch ist die Suche nach gemeinsamen Perspektiven sehr wesentlich auch von der Herkunft geprĂ€gt. Und so fehlt natĂŒrlich hier im Osten die identitĂ€tsstiftende GrĂŒndergeneration. Um so weniger nachdrĂŒcklich verteidigt man im Osten auch das eigenwillige, halbfertige Kompositum „Soziokultur“. Um so offener und heterogener ist auch das Spektrum der in den VerbĂ€nden assoziierten Einrichtungen und Initiativen. Um so freier und manchmal großzĂŒgiger blickt man auch in die Zukunft und bangt nicht in jenem Maße um liebgewordene, mitunter extrem schwer errungene Akzeptanzen und vor allem Umgangsformen: der Schliff im Auftreten, in der Kommunikation ist uns noch fremd; wir wirken immer zu fein gekleidet, in der Wortwahl zu streng, im Duktus zu verbindlich. Und so kommt es nicht von ungefĂ€hr, daß die Ostleute in der Suche nach gemeinsamen Perspektiven gerne vorpreschen und ein wenig dominieren. Besonders bemerkenswert ist, daß unser Bundesverband nach Potsdam gezogen ist und die BundesgeschĂ€ftsstelle von einer Ostfrau geleitet wird. Dies wiederum verweist auf eine hohe Beweglichkeit unserer WestkollegInnen!

Doch der Erfolg der Soziokultur Ost wird auch davon abhĂ€ngen, wie wir gemeinsam Perspektiven entwickeln können, die uns alle betreffen. Auch mĂŒssen wir die Tatsache aushalten, daß unterschiedliche Herkunft nicht durch einen gemeinsamen Namen ausgeglichen werden kann. Aber das ist eine Erfahrung, die die gesamte deutsche Bevölkerung noch lange und immer wieder neu machen wird. Insofern bin ich guter Dinge.






Anmerkungen

[1] Vgl. Institut fĂŒr Demoskopie Allensbach: Kulturelles Interesse und Kulturpolitik. Eine ReprĂ€sentativumfrage ĂŒber die kulturelle Partizipation, den Kulturbegriff der deutschen Bevölkerung und die Bewertung der Kulturpolitik, Allensbach 1991.
[2] Definition des Sozialdepartements der Stadt ZĂŒrich.
[3] Der Landesverband ist im Oktober 2002 neu gegrĂŒndet worden, nachdem ein VorgĂ€nger zerbrochen war. Das Spektrum der unter dem Verbandsdach schließlich zusammenkommenden Einrichtungen ist noch nicht abschließend zu bewerten; generell aber gibt es in Sachsen-Anhalt eine entsprechende TrĂ€gerlandschaft. Da aber die StabilitĂ€t der Praxis von der verbandlichen Organisation wesentlich abhĂ€ngt, habe ich diese EinschrĂ€nkung als angezeigt erachtet.
[4] Jana Hensel: Zonenkinder, Reinbek bei Hamburg 2002, S. 60.
[5] Grundlage ist eine Erhebung der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e. V., Potsdam 2002.
[6] Paul Raabe: Blaubuch, Studie im Auftrag des Beauftragten der Bundesregierung fĂŒr die Angelegenheiten der Kultur und der Medien (BKM), Berlin 2001.
[7] Vgl. zur Problematisierung der „kulturellen Substanz“ lt. Einigungsvertrag z.B. Tobias J. Knoblich: Kulturelle Substanz - Einigungsvertrag und gegenwĂ€rtige Kulturpolitik, in: kulturpolitische mitteilungen, Nr.99, IV/2002.
[8] Doppelhaushalt 2003/2004, Entwurf der SĂ€chsischen Staatsregierung.
[9] Deutscher Bundestag, Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der SPD vom 25.04.1990, Drs.11/6971, S. 1.