KULTURATIONOnline Journal für Kultur, Wissenschaft und Politik
Nr. 22 • 2019 • Jg. 42 [17] • ISSN 1610-8329
Herausgeberin: Kulturinitiative 89
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ReportKulturation 1/2006
Katrin Neoral
Kulturarbeit heute
„Kunst ist zwar schön, macht aber viel Arbeit.“ Auf diesen Nenner brachte schon Karl Valentin das Los derjenigen, die Kultur produzieren und vermitteln. Kulturarbeit steht heute jedoch vor völlig neuen Herausforderungen. Experten wie Prof. Dr. Armin Klein von der PH Ludwigsburg umreißen die gegenwärtige Situation im aktuellen Deutschen Jahrbuch für Kulturmanagement mit drei Phänomenen: Die öffentlichen Finanzierungsmittel gehen drastisch zurück und das Publikum gibt sich stärker Erlebnis orientiert. Hinzu kommt die verstärkte Konkurrenz auf dem Kulturmarkt. Denn Kultur ist längst nicht mehr ein rein ideelles Gut, sie hat sich als wichtiger Wirtschaftsfaktor etabliert. Davon sind Kulturarbeiter im öffentlichen, subventionierten Sektor ebenso betroffen wie im privatwirtschaftlichen, kommerziellen. Ihre Handlungsspielräume und Reaktionsmöglichkeiten unterscheiden sich jedoch deutlich voneinander. Kulturvermittler aus den unterschiedlichsten Bereichen der Kulturarbeit sprechen darüber, wie sie mit den gegebenen Bedingungen umgehen, welche Voraussetzungen sie für ihren Beruf für notwendig erachten und wo sie die Zukunft ihrer Arbeit sehen.


Kommunale Kulturarbeit: Zwischen Verwaltungsfachmann und Mentor

„Auch wenn ein Großteil meiner Aufgaben in der Verwaltungsarbeit liegt, sehe ich mich nicht als Verwaltungsfachmann, sondern vorrangig als aktiver Mentor für Künstlerinnen und Künstler“, betont Christoph Höfig nachdrücklich. Viel Zeit für diese Rolle bleibt ihm als Sachbearbeiter in der Abteilung „Kulturelle Veranstaltungen und Programme“ des Kulturreferats München derzeit allerdings nicht. Mit den Einsparungen in den kommunalen Haushalten im Rücken ist er vorrangig damit beschäftigt, Beschlüsse für den Stadtrat vorzubereiten, Planungen und Kalkulationen zu erstellen und Fragen von Seiten der Münchner Bürger und Künstler zu beantworten. Sein Gestaltungsspielraum verengt sich dabei zunehmend: „Die inhaltliche Arbeit ist heute leider viel reduzierter als noch vor wenigen Jahren“.

Doch gerade die Lust daran, inhaltliche Konzepte für Veranstaltungen und Künstlerförderungsprojekte zu entwickeln, hat den gebürtigen Franken vor zehn Jahren in die bayerische Hauptstadt gebracht. Nach einer freien Mitarbeit beim internationalen Comic Salon in Erlangen und seiner „zehnjährige Intensivausbildung“ am dortigen Kulturreferat wechselte er im Jahr 1996 als Sachbearbeiter für Jazz- und U-Musik ans Münchner Kulturreferat und schlug dort völlig neue Wege ein: Binnen kurzer Zeit machte er die zeitgenössische Musik in all ihren Genres zum Schwerpunkt seines Aufgabenbereiches. – insbesondere die Improvisierte Musik. Gerade diese Neugierde auf Innovatives sieht Höfig als Grundvoraussetzung für seinen Beruf, gepaart mit einem hohen Maß an Eigenengagement, die eigene Wahrnehmung an Kunst und Kultur zu schulen. „Seine persönliche ästhetische Erfahrung kann man nur schärfen, indem man selbst ins Theater, in die Oper, ins Konzert, ins Museum oder ins Kino geht. Das kann man in keinem Kurs der Welt lernen. Daraus entwickelt sich ein durchaus subjektiver Kriterien-Katalog, nach dem man sich orientiert. Wichtig ist dafür, dass man sich nicht nur in einem Genre bewegt. Das schafft mehr Sicherheit, und hilft, über den eigenen Geschmack, die eigenen Vorlieben hinaus zu denken.“

Innovatives und Ungewöhnliches in Veranstaltungen realisieren zu können, erkennt der Kulturfachmann als großen Vorteil kommunaler, subventionierter Kulturarbeit: „Man war bisher unabhängiger davon, was erwirtschaftet werden musste und konnte deshalb innovativer und risikofreudiger sein“. Höfig blickt allerdings realistisch in Zukunft und geht davon aus, dass sich in der Kunst- und Kulturförderung bundesweit ein Strukturwandel vollziehen wird. „Die kommunalen Haushalte werden den Spielraum vor allem für die Kunstförderung mehr und mehr eingrenzen, und der Verteilungskampf geht mit Sicherheit zu Lasten der freien Künstler und ihrer persönlich wie künstlerisch risikoreichen Arbeit“, fürchtet er. Um Zukunftsfähigkeit und gesellschaftliche Innovationspotenziale zu sichern, müssten sich andere, flexiblere Strukturen auf privater Basis entwickeln. Die öffentliche Hand wird nach Höfigs Meinung dabei zunehmend nur noch eine passive Rolle spielen: „Eine durchaus fragwürdige Perspektive, da die Politik einen Großteil ihrer Gestaltungsmöglichkeiten aufgibt. Zu hoffen bleibt, dass durch öffentliche Gelder zumindest taugliche Strukturen entstehen oder erhalten bleiben.“

Ganz im Sinne solcher zukunftsträchtigen Strukturen wünscht sich Christoph Höfig für die Stadtkultur weniger Konkurrenz und mehr Symbiose zwischen privatwirtschaftlichen Angeboten und öffentlich subventionierter Kulturarbeit: „Wichtig ist, dass alle Beteiligten ihren Standort und ihre Ziele benennen und die Bereitschaft haben, sich miteinander darüber auszutauschen, Möglichkeiten für Allianzen suchen und Gemeinsamkeiten ausbauen.“ Künstlerinnen und Künstler müssten wissen, dass öffentlich Mittel nach bestimmten Kriterien mit bestimmten Zielen vergeben würden: „Gut informierte Partner, und als solche sollten sich Geber und Nehmer betrachten, sollten sich durchaus am Meinungsbildungsprozess über Kriterien und Ziele aktiv beteiligen und nicht darauf warten, was als nächstes passiert.“ Ein guter Partner will Höfig besonders innovativen Künstler sein. Ihre Potenziale möchte er entwickeln helfen, um ihnen den Schritt in eine größere Karriere zu ermöglichen. Dazu holt der Kulturfachmann auch internationale Künstler in die Stadt, um den Münchner Kulturschaffenden einen neuen Input zu liefern. „Mir geht es darum, ein Stück ästhetische Grenzerfahrung zu liefern, Künstlern einen Erprobungs- und Diskussionsraum zu bieten.“

Grenzerfahrung pur bietet Christoph Höfig besonders mit der t-u-b-e Klanggalerie, die er im Jahr 2000 initiiert und zu einem international beachteten Ort der Klangkunst und –performance ausgebaut hat. Sie bietet kreativen Protagonisten der Klangkunst in den Räumen des Münchner Kulturzentrums „Einstein“ eine ausgereifte technische Einrichtung zur Produktion und Aufführung aktueller Klangkunst. Mit Projekten wie der t-u-b-e Klanggalerie versucht Höfig, zu einem eigenen Profil für Münchens Stadtkultur beizutragen, um sie zukunftsfähig zu halten: “Schärfe und Unverwechselbarkeit entwickelt man nur durch kleinteilige Arbeit, nicht durch große Prestigeprojekte, die in jeder beliebigen Stadt durchgeführt werden können. Das Interesse für Innovation, kann man letztendlich nur durch qualitative Projekte wecken.“

Bei seinen ambitionierten Projekten bekommt Christoph Höfig allerdings auch die finanziellen Einsparungen in Sachen Kultur zu spüren: „Das Weniger an Geld muss durch ein Mehr an Eigenleistungen kompensiert werden. “Externe Spezialisten für Sonderaufgaben wie Pressearbeit fallen mittlerweile meist aus dem Budget-Rahmen. Diesen Einschränkungen zum Trotz agiert Höfig nach dem Motto: „Nicht aufgeben, sondern sich nach der Decke strecken und von dort aus sehen, was möglich ist“. Nach der Decke streckt sich der Kulturfachmann beispielsweise, indem er durch gezielte Medienarbeit, der Förderung von Künstlern und kulturellen Institutionen Gewicht verleiht. Denn die oberste Pflicht kommunaler Kulturarbeit bleibt für ihn die nachhaltige Förderung von Künstlern: „Eine einmalige, größere finanzielle Unterstützung bringt einen Künstler langfristig gesehen nicht weiter. Kontinuierliche Betreuung ist wichtiger.“ Gerade diese nachhaltige Arbeit sieht Höfig durch die sinkenden Budgets für Kultur bedroht.

Umdenken – das ist Höfigs Erfolgsrezept angesichts eines geringeren kommunalen Kultur-Haushalts. So hat er die wachsende Bedeutung betriebswirtschaftliche Aspekte wie modernes Marketing für die Kulturvermittlung bereits verinnerlicht und setzt auf verstärkte Kooperationen mit Wirtschaftsunternehmen. Doch der Kulturfachmann zielt nicht darauf ab, Sponsoren aus der Wirtschaft zu gewinnen, er fordert vielmehr einen Gesinnungswandel unter deutschen Wirtschaftsgrößen. „Unternehmen fördern meist nur Hochglanzprojekte in Form von marketingorientiertem Sponsoring. Ideal wäre aber eine mäzenatische Bürgerverantwortung zur dauerhaften Sicherung der Arbeitsfähigkeit von Künstlerinnen und Künstlern. Dabei können Unternehmer vorrangig auf einen positiven Image-Effekt bauen, wenn Sie sich mittelfristig und fachkundig dieser Aufgabe verschreiben.“ Höfig selbst sieht seine Rolle darin, die Begegnung zwischen Künstlern und potenziellen Mäzenen zu ermöglichen. „Wo persönliche Beziehungen bestehen, da ist auch viel möglich. Und langfristige Arbeit funktioniert nur, wenn man das Vertrauen von Personen gewinnt.“


Staatliche Kulturarbeit: Vom Elfenbeinturm-Menschen zum geschickten Generalisten

Im Gegensatz zu seinem Kollegen auf kommunaler Ebene tritt Thomas von Stein den massiven Sparmaßnahmen der Bundesregierung in Sachen Kultur nahezu mit Euphorie entgegen: „Staatliche Kulturarbeit wird nur innovativ unter Druck.“ Als Leiter des Bereichs zentrales Marketing am Goethe Institut - Deutschlands größter staatlicher, weltweit agierender Kultureinrichtung - liefern ihm die Einsparungen öffentlicher Gelder einen besonderen Anreiz für seine Arbeit: „Man muss sich nun stärker als zuvor auf Zielgruppen festlegen und vorab genau überlegen, auf welchen Wegen man sie erreicht.“ Was andere Kulturvermittler zumeist abschreckt, fordert den studierten Juristen nur heraus: Umdenken.

Vor allem ein Wesenszug prädestiniert von Stein für die Aufgaben des Kulturmarketings: Er kann persönliche Bedürfnisse vollkommen zurückstellen. So fällt es ihm leichter, Dinge umzusetzen, die ihm selbst nicht hundert prozentig gefallen, aber seine potenziellen Kunden ansprechen. „Meine Fähigkeit, mich in andere hineinzuversetzen hilft mir auch, aus der Sicht unterschiedlicher Zielgruppen zu agieren.“ Diese Herangehensweise verwirklicht, was Vertretern staatlicher Kultureinrichtungen landläufig als Manko vorgeworfen wird: betriebswirtschaftliches Denken. Das konnte von Stein nach seinem Studium ausgiebig als Jurist in einer Firma der New Economy schulen. Doch die Wirtschaft allein war ihm nicht genug: „Für das Goethe Institut habe ich mich entschieden, weil ich immer schon etwas mit Kunst und Kultur zu tun haben wollte und einen internationalen Arbeitsplatz gesucht habe.“

An die Leitung der Abteilung zentrales Marketing am Goethe Institut gelangte von Stein über den Bereich Fundraising und Sponsoring, in dem er zunächst als rechtlicher Berater und anschließend in leitender Funktion agierte. Nun überwacht er das weltweite Corporate Design des Goethe Institutes, lenkt die interne Mitarbeiterkommunikation und entwickelt innovative Marketingstrategien. „Ich muss nach neuen Mitteln des Marketings suchen, die meine Zielgruppe direkt ansprechen“. Als besonders effektives Marketing-Instrument erlebt von Stein die neue Form des mobilen Marketings. „In Nord- und Südkorea erreiche ich die Menschen beispielsweise fast nur noch über das Handy.“ Mobile Vermarktungsstrategien stellen für den Marketingexperten einen günstigen Ersatz für teure Broschüren oder Flyer dar. Auch die Potenziale des World Wide Web sind für den Marketingexperten noch nicht genug ausgelotet. „Wir entwickeln gerade neue Web-Strategien, die sich durch die Möglichkeiten diverser Ploggs anbieten.“ Von Stein hegt auch die Vision von Audio-Files, die sich Ausstellungsbesucher aus dem Netz individuell herunterladen und beim Gang durch eine Ausstellung auf ihrem mp3-Player anhören. Für manche seiner Kollegen und traditionelle Kultur-Nutzer sind solche Visionen allerdings noch weit entfernte Zukunftsmusik: „Der Paradigmen-Wechsel in den Köpfen ist leider noch nicht ganz vorhanden.“

Trotz der euphorischen Auseinadersetzung mit neuen Marketing-Instrumente, bringen die Budget-Kürzungen auch für Thomas von Stein Nachteile mit sich: „Die Einsparungen betreffen vor allem die interne Kommunikation. So wird es unsere Mitarbeiter-Zeitung beispielsweise nicht mehr geben. Wir versuchen aber, wirklich nur interne Dinge einzusparen. Alles Externe soll beibehalten werden.“ Einschüchtern lässt sich der Kulturmarketing-Experte durch die Nachteile eines geringeren Budgets jedoch nicht. Die Veränderungen beförderten vielmehr die eigentlichen Aufgaben staatlicher Kulturarbeit: „Sie darf nicht stehen bleiben, nicht stagnieren. Gleichzeitig muss sie aber frei sein von sämtlichen Moden. Unsere Hauptaufgabe ist es deshalb, Neues zu fördern und einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen.“ Obwohl von Stein dazu die Instrumente des freien Marktes gezielt einsetzt, genießt er den Vorteil subventionierter Kulturarbeit, nicht allein wirtschaftlichen Interessen genügen zu müssen. Darin liegt für ihn aber gleichzeitig der Nachteil staatlicher Kulturvermittlung: Auf Grund der Subventionierungen musste bisher kaum über den optimalen Nutzeffekt eines Projekts nachgedacht werden.

Die Zukunft staatlicher Kulturarbeit sieht der Marketingfachmann jedoch nicht nur in einem ökonomischeren Denken, sondern auch in einer engeren Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen. Für Kooperationen war von Stein bereits in seinem Aufgabenbereich Fundraising und Sponsoring zuständig. Verbindungen mit BMW, der Deutschen Bank und der Deutschen Post nutzt das Goethe Institut schon in unterschiedlichster Form: „Während die Deutsche Post uns nur die Kommunikationswege erleichtert und Transportleistungen für Ausstellungen ermöglicht, ist die Zusammenarbeit mit BMW auch stark inhaltlich bestimmt.“ Aus dieser intensiven Kooperation entstand in München die Programm-Reihe „Ortszeit“: Unter verschiedenen regionalen Themenschwerpunkten lädt das Goethe Institut Künstler ein, die von BMW in ihrer jeweiligen Heimatregion gefördert werden – ein gelungenes Beispiel für die fruchtbare und zukunftsweisende Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und staatlichen Kultureinrichtungen.

Am Umgang mit den neuen Anforderungen in der Kulturarbeit zeichnet sich für Thomas von Stein ein deutlicher Generationenwechsel unter den Mitarbeitern des Goethe Institutes ab. „Wir haben junge Praktikantinnen, die kulturell wahnsinnig interessiert und versiert sind, aber gleichzeitig auch wissen, worauf es sonst noch ankommt.“ Ältere Mitarbeiter seien zu Beginn ihrer Berufslaufbahn dagegen mit völlig anderen Zielen an ihre Arbeit herangegangen: Sie wollten vorrangig eigenen Träume und Vorstellungen in die Realität umsetzen. „Aber der Elfenbeinturm-Mensch stirbt immer mehr aus. Gefragt sind heute vor allem Generalisten, die wissen, wo man sich schnellst möglich die richtige Hilfe holt.“


Privater Konzertveranstalter: Zwischen Dienstleistungsmentalität und Selbstbestimmung

Während Marketing-Ideen langsam Einzug halten in den Köpfen staatlicher Kulturverantwortlicher, sind sie dem selbständigen Kulturvermittler eine essentielle Existenzgrundlage: „Wir haben stets die Bedürfnisse und Interessen unserer Kunden im Auge.“ Dieses unternehmerische Denken steht für Jochen Gnauert, den studierten Theater- und Musikwissenschaftler, jedoch keineswegs in Konflikt mit seiner künstlerischen Vergangenheit. Die Erfahrungen als Assistent an Opernhäusern wie dem Münchener Gärtnerplatztheater, als Musiktheater-Regisseur in München, Amsterdam, St. Gallen, Bregenz und Stralsund sowie als Oberspielleiter für Musiktheater und persönlicher Referent des Intendanten an den Städtischen Bühnen Augsburg kommen dem heutigen Geschäftsmann zu Gute: Seit vier Jahren bringt Gnauert als Mitinhaber und Geschäftsführer der Kulturgipfel GmbH gemeinsam mit seinem Kompagnon Hilmar Körzinger erfolgreich Klassik-Konzerte an ein breites Publikum.

Hinter einer Umsatzsteigerung von 400 Prozent auf dem hart umkämpften Kulturmarkt steckt eine perfekt funktionierende Geschäftsidee: „Wir bieten außergewöhnliche Konzerte an besonderen Orten. Denn die Bedürfnisse unserer Kunden liegen nicht darin, Kammermusik in einem unatmosphärischen Ambiente angeboten zu bekommen.“ Mit unterhaltender Klassik wie Vivaldis Vier Jahreszeiten, Mozarts Zauberflöte oder dem Karneval der Tiere, aufgeführt an historischen und spannenden Orten, gepaart mit diversen außermusikalischen Extras will Gnauert den unterschiedlichsten Menschen erleichtern, klassische Musik zu genießen. „Mein Ziel ist es mit all meiner Erfahrung, Musik zu visualisieren und ein sinnliches Erleben von Musik möglich zu machen.“ Dazu zieht der erfahrene Opernregisseur alle Register. So lässt er seine Konzerte moderieren und kommentieren, nutzt passend zur Location effektvolle Beleuchtung, verbindet Musik gekonnt mit Literatur, macht Musik durch ergänzende Bildprojektionen visuell erlebbar und reichert musikalische Programme mit entsprechenden gastronomischen Konzepten an. Der Trend zum all umfassenden kulturellen Event hat auch den Experten für klassische Musik erfasst.

Darüber hinaus basiert der Erfolg des Kulturgipfels besonders auf einer speziellen Konzeption und Planung von Konzerten: „Wir suchen erst den Ort, dann entwickeln wir das passende musikalische Programm dazu und suchen die entsprechenden Künstler.“ Meist sind es historische und touristisch attraktive Orte, die Gnauert und seine Kollegen aufsuchen: Die Münchner Residenz, Schloß Schleißheim, Schloß Nymphenburg oder diverse Klöster. Aber auch einen kahlen Gefängnishof hat Gnauert schon mit den Klängen klassischer Musik erfüllt. Bei der Suche nach geeigneten Künstlern kommt ihm schließlich seine eigene, langjährige künstlerische Erfahrung zu Gute: „Ich kenne die künstlerische Seite, das hilft mir. Denn ich kann selbst produzieren und Projekte künstlerisch besetzen, da ich ein großes Netzwerk an Künstlern habe.“

Ein großes Netz an Kontakten sieht Gnauert auch als unersetzliche Voraussetzung für seinen Beruf, gepaart mit einem fundierten Wissen über klassische Musik. Als grundlegendes Erfolgsrezept erkennt Gnauert jedoch seine „ausgeprägte Dienstleistungskompetenz“. Gemeinsam mit seinem Team beobachtet er stets den Markt und seine Kunden. So können Konzertbesucher bei Umfragen auf Postkarten selbst entscheiden, was sie gerne in einer Veranstaltung der Kulturgipfel GmbH hören wollen. Mit der Dienstleistungsidee im Kopf fällt es dem Künstler Gnauert auch leichter, mehrmals im Jahr Vivaldis Vier Jahreszeiten aufführen zu lassen. Ein voller Konzertsaal mit glücklichen Menschen spricht schließlich seine eigene Sprache. „Wenn ich ein Stück irgendwann nicht mehr hören und sehen kann, dann erfinde ich eben Dinge dazu, mit denen es mir selbst auch wieder Spaß macht.“

Der Spaß an seiner Arbeit macht Gnauert jedoch nicht blind gegenüber den Nachteilen kommerzieller Kulturvermittlung: „Subventionierte Kulturarbeit hat den Vorteil, dass man Dinge angehen kann, von denen man nicht weiß, ob sie ein großes Publikum finden werden.“ Dieser Spielraum bleibt Gnauert als freier Konzertveranstalter nicht. „Das Geld, das wir ausgeben, muss auch wieder rein kommen durch den Ticketverkauf und Sponsoring. Wir können weniger Experimente eingehen, weil die Auswirkungen unmittelbarer sind, wenn etwas in die Hose geht.“ Im Gegenzug schätzt Gnauert seine Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit. „Ich bin mein eigener Herr und kann schnellere Entscheidungen treffen. Ich kann in fünf Minuten sagen, ob ich ein Konzert mache oder nicht, weil die Dienstwege viel kürzer sind.“ Keinen Bildungsauftrag erfüllen zu müssen, erkennt Gnauert als weiteren Vorteil eines selbständigen Kulturunternehmers: „Das erlaubt uns eine kommerziellere Programmgestaltung.“

Freier fühlt sich Gnauert auch angesichts des allgemeinen Sparkurses in Sachen Kultur: „An dieser Situation können wir nur wachsen. Wir gehen auf kleinere Gemeinden zu, die selbst kein Geld mehr für Kultur haben.“ Dabei nutzt der selbständige Kulturunternehmer alle Instrumenten des freien Marktes: „Wir bewerben unsere Konzerte nicht nur mit Flyern und plakatierten Litfasssäulen, wir klinken uns vor allem in bestehende Netzwerke ein.“ So wendet sich Gnauert als Konzertveranstalter gezielt an Betriebsräte großer Firmen mit über 1000 Mitarbeitern wie der Hypo Vereinsbank. Über die firmeninternen Netzwerke ergibt sich dann eine wirksame Zusammenarbeit: Um das betrieblichen Klimas zu verbessern und die Verkaufsaktivitäten zu stimulieren, erhalten die Mitarbeiter des entsprechenden Unternehmens ein Kontingent an vergünstigte Karten für Konzerte des Kulturgipfels. So funktioniert Kooperation jenseits des Sponsorings.


Selbständiges Kulturmanagement: Den Kommunen unter die Arme greifen

Zusammenarbeit wird auch bei Ruth Kiefer groß geschrieben: „Sag mir wie viel Geld Du hast, und ich sage dir, wie viel Kultur du dafür bekommst.“ Auf diesen einfachen Nenner bringt die selbständige Kulturmanagerin aus Franken das Angebot, das sie ihren Kunden macht. Ihre Kunden, das sind meist Kommunen, damit kämpfen, ihre kulturellen Angebote aufrecht zu erhalten. „Die Kommunen kommen zu mir, weil bestimmte Festivals nicht mehr laufen, und ich mache sie dann wieder fit.“ Obwohl Ruth Kiefer selbständige Kulturunternehmerin ist, steckt hinter ihrer Arbeit die Idee einer Kulturreferentin: „Ich nenne mich manchmal Kulturmanagerin, meistens aber Kulturpolitikerin.“

Dinge in Bewegung bringen, das schaffte die studierte Theaterwissenschaftlerin, Journalistin und ausgebildete Schauspielerin schon in ihrer Zeit als Dramaturgin und Regisseurin in der freien und Off-Theaterszene Berlins. An den unsubventionierten Häusern kamen vermehrt PR-Aufgaben auf sie zu, was sie schließlich ganz die Seiten wechseln ließ: „Ich habe irgendwann erkannt, dass ich eine bessere Organisatorin als Schauspielerin bin. Die Voraussetzungen dafür hat mir mein Studium geliefert. Der Rest lief learning by doing.“ Organisationstalent war dann vor allem gefragt als sie 1992 vom Rother Bürgermeister zurück in die mittelfränkische Heimat geholt wurde, um eine kulturelle Begegnungsstätte aufzubauen - die Rother Kulturfabrik.

Hier machte Ruth Kiefer früh die Erfahrung, dass die Kluft zwischen subventionierter und privatwirtschaftlicher Kulturarbeit gar nicht all zu groß ist: „Ich habe immer schon wirtschaftlich gedacht. Mir war klar: Kunst muss auch finanzierbar sein.“ Mit dieser realistischen Einstellung und einer großen Portion an Durchsetzungskraft katapultierte sie die anfangs heftig umstrittene Rother Kulturfabrik von Null auf Hundert: „Ich habe es geschafft, ein Anfangsbudget von 20 000 DM auf 500 000 DM anzuheben, weil der Rückfluss so stark war.“ Grundstein ihres Erfolgs war Kiefers bevorzugte Mischung aus Tanz, Theater, Konzerten und Ausstellungen, bei der sie immer wieder soziale Aspekte berücksichtigte. Sie wusste aber auch, mit Stars zu jonglieren und zugleich unbekannte Talente zu entdecken. Im Hinterkopf hatte die studierte Theaterwissenschaftlerin dabei allerdings die unprätentiöse Idee ehemaliger Kulturläden aus der Zeit der APO-Bewegung: Die Kunst soll an den Bürger gebracht werden.

Dieser Gedanke leitet Ruth Kiefer auch nachdem sie die Leitung der Kulturfabrik im Jahr 2003 niederlegte, weil sie mit den Vorstellungen des neuen Rother Bürgermeisters nicht übereinstimmte. Die zehn jährige Erfahrung in der kommunalen Kulturarbeit kamen ihr
beim Wechsel in die privatwirtschaftliche Kulturarbeit zu Gute. Nach drei Jahren Selbständigkeit kann sie ein positives Resümee ziehen: „Ich habe heute mehr Aufträge als noch vor zwei Jahren.“ Da ihre Auftraggeber jedoch weiterhin in den Kommunen und Städten sitzen, bekommt auch Ruth Kiefer die Auswirkungen verschlankter Kulturhaushalte zu spüren. „Die Kommunen und Städte geben schon noch Geld für Kultur aus. Aber sie sind vorsichtiger geworden. Sie sind nicht mehr so schnell bereit, externe Spezialisten zu holen.“ Kulturelle Veranstaltungen sollen heute vorrangig mit eigenen Angestellten umgesetzt werden, die im bereits bewilligten Haushalt eingeplant sind. Nach Kiefers eigener Erfahrung übersteigen die dafür erforderlichen Kompetenzen zumeist das Potenzial des vorhandenen Personals. Und die Qualitätseinbußen rächen sich letztlich in geringeren Besucherzahlen oder unzufriedenem Publikum. „Die Kommunen werden einfach nicht gescheiter. Ihre Personaleinsparungen sind ein Trugschluss. Am Ende kommen ihnen die Veranstaltungen so teurer.“

Ruth Kiefer profitiert mittlerweile aus den negativen Erfahrungen der Kommunen. Ihr Erfolgsrezept: Flexibel bleiben und Projekte speziell auf die Anforderungen und Möglichkeiten des Auftraggebers zuschneiden. „Das richtige Rezept ist oft erst einmal keine festgelegte Idee zu haben, um offen zu bleiben und Handlungsspielraum zuhaben.“ So bietet Ruth Kiefer ihren Kunden unterschiedlichste Leistungspakte an: Sie reichen von Beratung in einzelnen Fragen in Sachen Künstlermanagement, über individuelle Leistungen wie Öffentlichkeitsarbeit oder Künstlervermittlung, bis zum „Rund-um-Sorglos-Ruth-Kiefer-Kulturmanagement“-Paket, bei dem die quirlige Fränkin komplette Veranstaltungen plant, bewirbt, organisiert und leitet. Auf diese Weise gelingt es ihr einerseits, mit eigenen Ideen an Kommunen und Städte heranzutreten, andererseits wird sie von ihnen zu Hilfe gebeten, wenn selbst initiierte Veranstaltungen nicht mehr den gewünschten Erfolg bringen. So brachte sie mit ihrer Kreativität und ihrem Organisationstalent im vergangenen Jahr das seit 1992 etablierte Festival KultTour der Stadt Hilpoltstein im Landkreis Roth wieder auf Vordermann. Auch hier stellte sich Ruth Kiefer individuell auf die Situation vor Ort ein: Sie verlängerte den Zeitrahmen und schaffte eine größere Distanz zwischen den Veranstaltungen.

Eingestellt hat sich Kiefer auch auf die Funktionsweisen des modernen Kulturmarktes: „Sponsoring wird immer wichtiger. Viele Unternehmen sind durchaus bereit zu Kooperationen.“ Während Sponsoring die Basis liefert, liegt die Zukunft der Kulturarbeit für die agile Kulturmanagerin auf inhaltlicher Ebene in der Tendenz zum Event: „Es muss alles dabei sein – vom Kulinarischen bis zum Besonderen. Aber auch Familienprogramme werden immer wichtiger.“ Dabei schafft Ruth Kiefer den Spagat zwischen Kunst und Kommerz, indem sie sich namhafte Künstler als Headliner holt und mit innovativen, jungen Talenten für die nötige Spannung auf einem Festival sorgt. „Ich bringe Leute in meine Veranstaltungen, weil meine Projekte einen guten Ruf und Niveau haben.“


Professionelles Know How und Kontakte als Zukunftschance

Trotz ihrer unterschiedlichen Handlungsspielräume sind sich die vier Kulturvermittler in einem Punkt einig: Professionelles Know How und die richtigen Kontakte sind in der privatwirtschaftlichen wie in der subventionierten Kulturarbeit unerlässlich. Beide Ansprüche verbinden sie in ihrem Engagement in Sachen Weiterbildung für Kulturmanagement an der bundesweit agierenden ebam Akademie. Als Dozent an dem privaten Weiterbildungsunternehmen für Medien, Event, Musik und Kultur will der kommunale Kulturarbeiter Christoph Höfig vor allem einen nützlichen Input von außen geben. Damit versucht er diejenigen, die sich für Kultur einsetzen wollen, dazu motivieren, zäh zu bleiben und durch zu halten: „Es finden sich immer Nischen, und wenn man lange genug dran bleibt, hat man auch Erfolg“. Handfeste Tipps gibt auch Ruth Kiefer mit ihrer zupackende Art an der ebam Akademie weiter – besonders in Sachen Kulturmarketing: „Auf der Suche nach einem Sponsor darf mein keine Sparte auslassen. Auch der kleinste Betrieb, der nur 50 Euro dazugibt, ist wichtig.“

Mit derselben Euphorie und Energie engagiert sich der Kulturmarketing-Experte von Stein für die Weiterbildung - aus eigenen Negativ-Erfahrungen mit Fortbildungen: „Ich habe mich über eigene Referenten geärgert. Es ging damals um die steuerliche Handhabung von Fundraising-Problemen. Das war mir einfach zu theoretisch. Und ich dachte mir: Das müsste doch auch praktischer gehen.“ Den Bezug zur Praxis stellt von Stein deshalb in den Mittelpunkt seiner Arbeit für die ebam Akademie. Aus seiner praktischen Erfahrung heraus vermittelt er den Kursteilnehmern, wie wichtig es ist, die unterschiedlichen Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der freien Wirtschaft zu kennen. „Man kann außerdem besser in Verhandlungen auftreten, wenn man sich über die rechtlichen Folgen bestimmter Aktionen bewusst ist“, weiß von Stein mit seiner juristischen Erfahrung.

Die Idee effektiver Zusammenarbeit leitet auch Jochen Gnauerts Engagement in Sachen Weiterbildung für die Kulturbranche an der ebam Akademie. „Kurz nach dem Abitur habe ich selbst viele Förderer gehabt. Ich habe gelernt, dass ohne Insiderwissen und Praktika nichts funktioniert.“ Im Münchner ebam-Lehrgang für Kulturmanagement versucht der Geschäftsführer der Kulturgipfel GmbH mit seinem Know How über die Planung und Durchführung von Veranstaltungen sowie über wirksame Öffentlichkeitsarbeit professionelle Kollegen und potenzielle Mitarbeiter zu generieren. Auch seine Tätigkeit als Referent basiert auf eigenen, negativen Erlebnissen: „ Es ist schwierig für uns, freie Stellen adäquat zu besetzen. Einerseits wissen zu Wenige genug über klassische Musik, andererseits haben die Wenigsten gut funktionierende Netzwerke, um beispielsweise für den Vertrieb verantwortlich zu sein.“ Nützliche Kontakte entstünden in den ebam-Kursen besonders durch den intensiven Austausch zwischen Referenten und den Kursteilnehmern. Aus dieser Erfahrung heraus verpflichtet Gnauert auch seine eigenen Mitarbeiter zu einer Weiterbildung pro Jahr, deren Kosten er als Arbeitgeber übernimmt: „Der Input von außen ist enorm wichtig. Er gibt eine andere Sicht auf scheinbar Bekanntes. Das lässt einem Manches klarer sehen.“


Kulturarbeiter: Traumberuf mit Hindernissen

Neben dem Engagement in Sachen Weiterbildung eint die vier unterschiedlichen Kulturvermittler jedoch besonders eines: die Liebe zu ihrem Traumberuf. Christoph Höfig, der Mann mit der unspektakulären Berufsbezeichnung eines Sachbearbeiters, brennt trotz knapper werdender, kommunaler Kultur-Budgets für seine Arbeit: „Natürlich gibt es große Schwankungen und Unsicherheiten. Aber mein Beruf bereichert mich auch privat. Ich genieße es einfach, mit Kunst und Kultur zu tun zu haben. Als Mensch im Kulturbereich bekomme ich etwa umsonst, wofür andere einen viel größeren Aufwand betreiben müssen“.
Und auch hinter der betriebswirtschaftlichen Denke des Marketingleiters Thomas von Stein blitzt die Euphorie für den Traumberuf des Kulturliebhabers hervor: „Ich genieße es, mit schönen Dingen zu tun zu haben und sie noch schöner zu machen, so dass sie auch von anderen als schön empfunden werden.“

Neben ihrem Know How über modernes Kulturmarketing und ihrer Intuition für innovative Konzepte liegt das Erfolgrezept der quirligen Fränkin Ruth Kiefer ebenso im Spaß an ihrem Beruf: „Ich liebe es für und mit Künstlern und Publikum zu arbeiten. Mein Beruf ist mein Traumberuf, weil er so viel mit Menschen zu tun hat.“ Den Spaß an ihrem Tun erhält sich Kiefer auch, indem sie auf Vielseitigkeit setzt. Sie hat sich nie auf eine Sparte festgelegt, auch wenn ihre Anfänge am Theater liegen. „Für Künstlermanagement und das Management von Einzelprojekten mag die Spezialisierung auf eine bestimmte Sparte ertragreicher sein, aber die Vermittlung eines breiten Spektrums ist einfach spannender.“
Und trotz Unternehmergeistes gerät auch der selbständige Konzertveranstalter Jochen Gnauert ins Schwärmen, wenn er vom selbst gewählten Traumberuf spricht: „Er verbindet für mich Dinge, die mir neben meiner Familie viel bedeuten: Musik erleben und visualisieren. Und das an traumhaften Orten, an denen ich selbst gerne bin.“ Als selbständiger Kulturunternehmer genießt Gnauert all die Freiheiten, die sein Beruf trotz der selbst auferlegten Bürde eines kulturellen Dienstleisters mit sich bringt: selbständig, selbsttätig und selbst entscheidend sein. „Und - ich kann Lust auf Klassik machen.“

Nur so kann Kulturarbeit heute funktionieren: Unternehmerisches Denken und Leidenschaft für die Kunst müssen in der Person eines Kulturarbeiters aufeinender treffen. Auf diese Weise hauchen alle vier Kulturvermittler ihrem Traumberuf Kulturarbeit den Atem ein, der ihn in Zeiten massiver Budgetkürzungen und verstärkter Konkurrenz am Leben hält.